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Eure Dating-Geschichten:
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Falsche Telefonnummer
Im Hotel Peoria fanden zwei Veranstaltungen statt: Ein Karaokeabend, zu dem Ray und sein Freund gingen um zu George Strait Songs zu trällern und ein Singleabend, zu dem Debbie ging. Ray sang seine Nummern und langweilte sich danach. Streunte durch das Hotel und sah die Singleveranstaltung. Er schrieb sich ein. Als besonderes Zuckerl des Abends gab es zusätzlich Gratisinserate für eine Woche in der lokalen Zeitung. Fünf Frauen riefen den zweimal geschiedenen Ray an. Darunter auch Debbie, doch diese irrtümlich. Eigentlich wollte sie den Mann, der sich in der Anzeige darunter vorstellte, anrufen.
Sie plauderten eine Weile über Countrymusik und verstanden sich auf Anhieb. Erst als sie auflegte, fiel ihr auf, dass sie die falsche Nummer gewählt hatte. „Egal“, dachte sie sich, „schließlich mag er auch Countrymusik“. Ihr erstes Date führte sie zu einem Konzert von Sawyer Brown, dort stellten sie fest, dass sie beide chinesisches Essen bevorzugen, das gleiche Auto, einen 1990 Chevy Corsicas, besaßen, und sich auch sonst ziemlich gerne haben.
Geheiratet wurde 9 Monate später.
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NY Lovestory
Web designer Patrick Moberg, 21, aus Brooklyn saß letzten Sonntagabend in der U-Bahn und verliebte sich unsterblich. Leider verlor er sie sofort in der Menschenmenge. Er ließ sich nicht entmutigen, ging nach Hause und bastelte eine Website: www.nygirlofmydreams.com. Er zeichnete ein Bild der Frau, die blaue Shorts und Strumpfhose an hatte und eine rote Blume im Haar trug. Er postete seine Handynummer, Email-Adresse und eine herzzerreißende Aufforderung ihm bei der Suche nach IHR zu helfen.
Es funktionierte.
Innerhalb von ein paar Stunden ging seine Mailbox über und sein Handy läutete ununterbrochen. Er erzählte der NY Post in einem Interview, dass einige Mädels zugaben nicht die Angebetete zu sein, aber er sei so verehrenswürdig, dass ich doch sie nehmen sollte.
Am Dienstagabend kontaktierte ihn eine Freundin der Verehrten und schickte ihm ein Foto, damit er sie positiv identifizieren kann. Sofort schrieb er auf seiner Website: „Ich habe sie wirklich gefunden!“
„Wir sind in Verbindung und werden sehen was jetzt passiert“, erzählte der Glückliche. Die mysteriöse U-Bahn-Brunette heißt Camille Hayton, ist aus Australien und arbeitet bei einem Magazin. Die 22-jährige kann es gar nicht glauben.
Sofort nahm Moberg seine Handynummer und die Emailadresse von der Website, und sagte, „es wird keine Updates geben wie die Beziehung sich entwickelt und ich gebe auch keine Interviews mehr“.
Wir wünschen Euch alles Gute!
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Die Perücke
Ich bin Mutter von sechs Kindern zwischen drei und fünfzehn Jahren und seit sechs Monaten geschieden. Auf einem Onlineportal für Alleinerziehende traf ich Paul. Wir plauderten und verstanden uns recht gut. Ich wollte aber den Kindern keinen „neuen Papa“ zumuten, hatten sie doch kaum die Trennung verdaut. Das nächste Wochenende hätte „meines“ sein sollen, sprich mein Ex würde die Kinder mit Würstel und Zeichentrickfilmen versorgen. Ich verabredete mich mit Paul in einem netten kleinen Restaurant zum Mittagessen. Doch mein Ex tauchte nicht auf. Kurz vor zwölf rief ich Paul an, um abzusagen, obwohl meine Größte lächelnd anbot auf die „Kleinen“ aufzupassen. Paul sagte: „Es tut mir leid, aber das kann ich nicht akzeptieren!“
„Aber es geht nicht, wegen der Kinder“, widersprach ich ihm. „Triff mich in einer halben Stunde vor deiner Haustür! Mit den Kindern“, befahl er mir. Immer noch misstrauisch gab ich ihm die Adresse vom Nachbarhaus. Meine Älteste sagte, „Mama, kein Problem“ und fing bei der Kleinsten mit dem anziehen an, „du musst deine Haare machen!“ schrie sie mir zu. Sie hatte Recht, aber nichts half. Die Frisur war eine zerzauste Bürste. „So geh ich nicht auf die Strasse!“ rief ich in meiner Verzweiflung. „Kein Problem!“ sagte die Älteste und verschwand in meinem Zimmer. Kam mit der blonden Perücke zurück, die ich mir vor langer Zeit gekauft hatte. Ich setzte sie auf. Steckte sie fest.
Nach dem letzten Check der Kinder wanderten wir zum Nachbarhaus und standen aufgeregt da. Ein Kleinbus einer Verleihfirma hielt an. Paul stieg aus, zuckte mit den Schultern und sagte, „ihr hättet nie in meinen Opel gepasst!“ Ich lachte herzlich. Er lud uns zum Rodeln ein. Die Kinder waren glücklich, ich war glücklich, bis ich mit meiner Rodel über eine Schanze springen wollte, ich sprang, die Rodel flog, ich flog und die Perücke auch. Die Kinder lachten herzlich, ich konnte auch nicht anders als los zu brüllen.
Später erzählte Paul mir, dass sei genau der Moment gewesen in dem er sich in mich verliebt hat.
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Der Hundefetischist:
Sara aus Wien schrieb:
Liebstes Singlesoesterreich Team! (Wir danken für die nette Anrede) Seit einigen Monaten besuche ich immer wieder eure tolle Website (wir danken für die Blumen) und dachte mir, jetzt schreib ich euch von meinem letzten Abenteuer. Ich besitze einen Pudel, ich weiß, dass ist nicht sehr trendig, aber ich hab ihn von meiner verstorbenen Grossmutter geerbt und wir beide vertragen uns, nach anfänglichen Schwierigkeiten, sehr gut. Ich schrieb mich auf einer Hundebesitzer – Single – Partnerbörse ein und harrte der Dinge. Nach einigen Tagen kontaktierte mich Michael und sein Pudel! Ich konnte es nicht glauben, dass ein Mann in meinem Alter, 34, auch einen Pudel besitzt. Wir plauderten eine Weile, verstanden uns recht gut, auch wenn er immer wieder fragte ob meine „Putzi“ sterilisiert sei. Ich maß dem keine Bedeutung zu. Wir verabredeten uns zu einem Spaziergang im Prater. Meine „Putzi“ konnte seinen „Elmar“ nicht ausstehen. Mit gerümpfter Nase stolzierte sie neben mir her. Michael redete und redete und redete bis er plötzlich stehen blieb, meinen Hund anstarrte und sagte, „ich glaube es wäre die schönste Sache der Welt, wenn wir unsere Hunde paaren würden, das wäre unglaublich sexy und erotisch, den beiden beim vögeln zuzusehen.“ „Ich sehe nichts erotisches beim Hundesex!“ sagte ich. „Na geh! Das ist pur und lustvoll!“ Ich nickte und sagte, „ich geh jetzt nach Hause und denk darüber nach!“ Sofort löschte ich mein Account und die dazu gehörige Emailadresse. Vor ein paar Tagen bekam ich ein Mail von einer Freundin, sie besitzt einen Dobermann, in dem sie von Michael erzählte: Er ist ein Hundesexfetisch!
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Paula aus Wien schrieb:
Das kleine Detail
Ich traf Max online, etwas klickte und wir plauderten beinahe täglich. Er arbeitet als Manager in einem Fast Food Restaurant und hat deshalb unregelmäßige Arbeitszeiten – oder behauptete er zumindest. Um einfacher miteinander kommunizieren zu können, gab er mir seine Handynummer und die Telefonnummer seines Arbeitsplatzes. Mir fiel gar nicht auf, dass er mir die Nummer seiner Wohnung nicht gab. Wir telefonierten täglich, schließlich lud er mich zum Mexikaner ein. Er sah großartig aus, benahm sich wie der perfekte Gentleman und als er sagte, „er würde lieber neben mir sitzen, als mir gegenüber, weil das wäre zu weit weg“, schmolz ich vollkommen. Wir fütterten uns gegenseitig Nachos und küssten uns unendlich lang.
Die zwei unglaublichsten Monate meines Lebens folgten, leidenschaftlich, romantisch, verrückt, einfach wunderbar. Bis ich eines Morgens ein Email von ihm erhielt: “Alles das ich dir gesagt habe, stimmt. Dass ich dich liebe und mit dir sein will. Außer einem kleinen Detail. Ich bin verheiratet. Ich weiß du musst jetzt geschockt sein, aber ich hasse sie und liebe dich. Meine Frau hat mir angedroht, falls ich sie verlassen sollte, würde ich meine Kinder nie wieder sehen! Ich liebe meine Kinder zu sehr um sie jemals verlassen zu können. Ich hoffe du verstehst das und wir können unsere Beziehung weiterführen. Ich verspreche, dass ich sie niemals angreifen werde! Lass uns dort weitermachen, genau so wie jetzt alles ist und erlaube mir dich zu lieben. Du bist mein Ein und Alles.“
Ich schrieb ihm, er soll sich vertschüssen aber er bombardierte mich mit Mails, ich ignorierte sie. Von Zeit zu Zeit treffe ich ihn in Chat Rooms, es scheint er sucht noch immer!
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Kalender Model
Ich, klein, leicht übergewichtig mit roten Haaren traf mich mit einem Model! Er war mein Date. Er sagte er arbeitet für Modekataloge. Wir plauderten und ich fand ihn einfach nur wunderschön. „Leider müsse er dieses Wochenende wegfahren zu einem Photo-shoot, aber er würde mir gerne nächste Woche die Fotos zeigen!“ erklärte er. Ich glaubte jedes Wort und schmachtete das ganze Wochenende. Schließlich googlte ich seinen Namen und fand tatsächlich Fotos von ihm. Er posierte nackt für einen Gaykalender. Ich schrieb ihm, dass er nicht unbedingt mein Traummann sei, er antwortete: “Du spinnst ja, so einen schönen und intelligenten Mann wie mich nicht als Traummann zu sehen. Ich liebe mich, wenn liebst du?“
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Die Hochzeit
Fritz aus ?
Meine Freundin schmiss mich raus, weil sie einen Neuen hatte, der zog ein, als ich auszog. Nach Monaten der Quälerei, meinem Stammwirten und seinen Gästen sei gedankt, raffte ich mich auf und legte ein Profil bei einem Gratis-Dating-Anbieter an. Ich traf Sandra. Wir plauderten, wir trafen uns, mochten uns und schließlich lud sie mich in ihre Wohnung ein. Nach einer schönen Nacht wollte ich ganz Gentlemen sein und Frühstück machen. Ich schlich mich in die Küche. Fand Kaffee und Milch und Saft und Einladungen zu ihrer Hochzeit am nächsten Wochenende. Zur Rede gestellt sagte sie, dass sie ausprobieren wollte, ob sie auch den richtigen heiratet. Ich ging zurück zum Stammwirten.
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Oje
Von Kora aus Villach
Ich erstellte bei Ilove ein Profil. Innerhalb kürzester Zeit war meine Inbox voll. In tagelanger Kleinarbeitreduzierte ich die interessierten Männer auf 3. Zwei waren ein voller Reinfall. Uröd. Der Dritte gefiel mir
sehr. Am zweiten Date gingen wir ins Kino, zuerst
sassen wir einfach nebeneinander, dann nahm er
meine Hand, dann küsste er mich. Ich musste aufs
Klo und ging raus. Als ich zurückkam war es
stockfinster, ich setzte mich leise hin und gab ihm
einen Kuss auf die Wange. Genau in diesem Moment
wurde es wieder Tag auf der Leinwand und ich
musste erkennen, dass ich den falschen Mann
geküsst hatte, ich hatte mich in der Reihe geirrt.
Glücklicherweise fand Toni das sehr komisch. Wir
sind immer noch ein Paar.
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Das Essensproblem
Von Josina aus Wien
Per Websingles traf ich Moviemaker. Mir hatte sein
Name gefallen, weil ich dachte er mag Filme. Wir
plauderten auf IM für eine Weile, dann schlug er vor
uns in den nächsten Tagen auf ein Tässchen Kaffee
zu treffen. Er war um gut 25 kg schwerer als er in
seinem Profil angegeben hatte. “Wo willst du Kaffee
trinken?” fragte er mich. “Egal, schau, da ist das
Café Ritter, gehen wir doch dort hin”, schlug ich vor.
„Nein, dort gibt es was zu essen und ich hab keinen
Hunger“, sagte er. „Brauchst ja nichts zu essen“,
antwortete ich. Er schaute sich um. „Ich geh nie
wohin, wo es was zu essen gibt wenn ich keinen
Hunger hab“, erklärte er. Wir spazierten ein Stück.
Ich fragte ihn nach seiner Filmleidenschaft. Er sagte
er mache Filme. Ich war beeindruckt. „Welchen Film
hast du den gemacht?“ stocherte ich. „Na diesen
und jenen“. Am Ende der Mariahilferstraβe hatten
sich seine Antworten auf zwei Wörter pro Frage
reduziert. Alles was ich wusste war, dass er auf
Flohmärkte geht und das Zeugs dann auf Ebay
verkauft. Bei den Museen angekommen, küsste er
mich auf die Wange, zündete sich einen Joint an und
verschwand in einer japanischen Reisegruppe. Ich
ging heim und hörte nie wieder was von ihm.
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Cyber-Quiz mit Hockeyfan
Alicia aus Bregenz schickte uns folgende Geschichte:
In einem Internetportal fand ich Hockeyfan.
Ich mag Hockey auch und so schrieb ich ihn an. Zurück kam folgendes Email:
Möchtest du mit mir zum nächsten Hockeyspiel gehen? Dann ruf mich an. (Hier platzierte er seine Handynummer). Falls du mich gerade nicht anrufen kannst, aber zum Spiel gehen willst, dann antworte in Kleinbuchstaben mit ja. Falls du nicht zum Hockeyspiel gehen willst, aber was anderes unternehmen willst, dann antworte mit nein in Kleinbuchstaben. Falls du nicht mit mir ausgehen willst oder mit mir reden willst, dann antworte mit Nein in Grossbuchstaben. Falls du mit ja in Grossbuchstaben antwortest fülle die folgende Zeile aus: JA, ich will mit dir ausgehen und ich möchte das du folgendes für mich tust.
Ich schrieb NEIN zurück und hab nie wieder was von ihm gehört.
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Sex Attacke
Beatrice aus Wien schrieb uns über ihr Traum(a)-date mit dem Kapitän der Fußballmannschaft:
Dass der coolste Typ der Schule mir ein SMS via SMS-Chat sandte war genial. Tagelang schickten wir uns Nachrichten, Pausen wurden viel interessanter und vor allem notwendig. Während den Schulstunden ging ich pausenlos aufs Klo, nur um nachzusehen, ob er mir geschrieben hat. Schließlich lud er mich ein zu MacDonalds. Bestellte all die Burgers und Milkshakes zum Mitnehmen und wir fuhren auf den Kahlenberg. Er suchte ein lauschiges Plätzchen, ab vom Spaziergängerstrom. Ich brauch nicht hinzuzufügen, dass die Burger und die Fries ungenießbar waren, als wir ankamen, er aß sie trotzdem. Er überraschte mich mit Gesprächen über die Schulpolitik in Wien, das Gesamtschulprojekt, u.s.w.. Ich war beeindruckt. Dachte ich doch, er würde nur über seine Fuβballaufbahn bei Rapid oder sonst einem Club reden. Er aß seinen letzten Burger und sagte zu mir, “Wie wäre es mit einem Blow job?“. Ich schaute ihn sehr erstaunt an, schüttelte nur den Kopf und sagte, dass falls er mich zwingen würde, könnte das schlimm für seinen Pimmel enden. Er zuckte mit den Schultern und befriedigte sich selbst. Seither hab ich kein Interesse in Fußball mehr.
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Second Life:
Willi aus Klagenfurt schreibt über sein Date:
Ich bin Wachmann in einer Computergesellschaft und es gibt nicht viel zu bewachen, also hab ich mich auf Second Life eingelockt. Und siehe da, ich traf „Hotgirl“. Wir plauderten ein bisschen und jetzt, vier Monate später bin ich ernsthaft verliebt. „Hotgirl“ und ich machen Ausflüge zusammen, fliege auf dem magischen Teppich über die Welt, oder treffen uns zum Sonnenuntergang am Steg, gehen in den heißesten Clubs tanzen, oder erklimmen gemeinsam Berge.
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Gentleman:
Franziska aus Wien schrieb:
Ich traf Josef auf einer Internet-Partnerbörse. Wir plauderten eine Weile und schließlich verabredeten wir uns im Bermudadreieck. Die Lokale waren getreten voll. Wir beschlossen die Getränke mit nach draußen zu nehmen. Alles voll. Wir spazierten in den nahegelegenen Park und setzten uns hin. Redeten und hatten viel Spaß miteinander. Er schlug vor zum Badeschiff zu gehen. Vielleicht ist dort weniger los. Ich stand auf, zog meinen Sweater enger um meine Hüften. Er war waschelnass. Verstohlen schaute ich auf den Betonklotz, auf dem wir gesessen hatten. Er war feucht. Und dann fühlte ich meine Jeans am Hintern. Waschelnass. Ich wusste nicht was tun. Josef fragte was den los sei. Nach einigem Gestammel brachte ich es heraus. Mir war das so peinlich. Er nickte nur. Nahm meinen Arm und spazierte mit mir ganz langsam zu einem Kleiderladen, steckte mich in die Umkleidekabine, suchte Jeans und T-Shirt für mich aus, reichte es herein. Ich zog mich dankbar um. Und dann zahlte er auch noch für die neuen Kleider. Das war der Tag an dem ich beschloss ihn zu heiraten. (Was wir auch im Herbst tun!) – Űbrigends, die Nässe – die kam von jemand der direkt hinter uns an den Betonblock gepinkelt haben muss.
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Date Rap:
Sylvia aus Liezen:
Wir trafen uns bei einem Chat, plauderten, wechselten zu Telefon. Er klang nett, freundlich und witzig. Er schlug vor, dass wir uns treffen sollten. Ich sagte zu. Er wollte mich abholen, (ich hab meine Lektion gelernt!). Ich war ziemlich aufgeregt. Das Photo zeigte einen sexy und schönen Mann. Passiert ja nicht oft. Er rief an, er stände vor meiner Haustuer. Ich ging hinunter. Und er war noch schöner als ich dachte, konnte mein Glück gar nicht fassen. Er stand neben seinem aufgemotzten Golf GTI. Ich stieg ein. Er drehte die Musik volle Lautstärke auf. Irgendein Rap. Was war mit Vivaldi und guten altem Rock and Roll passiert? Unterhaltung war unmöglich. Er schoss die Strasse runter, nahm jede Kurve mit quietschenden Reifen, ich fürchtete um mein Leben. Er hielt vor einem Italiener an, zwei Dörfer weiter, ca. 36 km von Liezen.
Bei Pizza und Salat fragte er mich, ob ich Sex mit einer anderen Frau haben will, falls er mich dafür bezahlt. Ich hätte einfach aufstehen und gehen sollen. Aber, ich tat es nicht, vielleicht weil ich einfach zu stur bin, um mich von einem Trottel in die Enge treiben zu lassen. Er bot mir an mich nach Hause zu führen. Ich nahm dankend an. Am Heimweg brüllte ein Raper über Date Rape und er sang glücklich mit. Hielt noch kurz bei einem Fast Food Restaurant an und sagte, immer wenn ich einen Joint rauche, giere ich nach fetten Pommes. Ich stieg aus und rief ein Taxi.
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Sex, Crimes and Swingerclubs
Anna Lucia aus Wien schrieb:
Michael klang ein bisserl übertrieben in seinen Emails. Er sei berühmt und jeder würde ihn erkennen, blablabla. Ja, ich gebe zu, ich war neugierig, und ja es stimmt, ich hätte es besser wissen müssen. Nach einigen Wochen Online-Geplauder gab er mir seinen echten Namen und ich googlete ihn sofort. Ich fand nur ein Buch, das er in den frühen Achtzigern geschrieben hatte. Sprach ihn aber nicht darauf an. Bestellte das Buch und las nur ein paar Seiten, es war über einen Typen der versucht in der Groβstadt zu überleben, sehr langweilig und mit ewigen Passagen über Selbstgespräche am Klo. Schließlich trafen wir uns. Er lud mich in ein Toprestaurant ein. Ich war beeindruckt, ich geb es zu. Ich meine wer kriegt da schon einen Tisch. Und er ging bloß rein, ohne Reservierung. Man setzte uns an einen „schlechten“ Tisch. Mir gefiel es gar nicht und ich sagte, ich würde lieber woanders essen, oder einen anderen Tisch haben. Ich rief nach dem Oberkellner, und fragte höflichst nach einem anderen Tisch. Griesgrämig gab er uns einen. Schien dann aber befriedet zu sein, als Michael eine 150 Euro teuren Wein bestellte. Er redete endlos über seine Freunde in der High-Society, über jenen Sänger, diese Band, Schauspieler an der Burg, Politiker. Ich hörte kaum mehr zu. Nach endlosen Stories wollte er die Rechnung. Bezahlte alles. Ich war ein bisschen besorgt, denn die Rechnung war so hoch wie meine Monatsmiete. Es nieselte ein draußen. Er spannte den Schirm auf, hakte sich bei mir unter und versuchte einen Kuss, ich lehnte ab. Er nickte und sagte, okay, dann lass uns in diesen Club gehen. Ich traute meinen Ohren nicht. Es ist ein stadtbekannter Swingerclub! Ich lehnte ab! Er versuchte mich wieder zu küssen. Er hielt mich fest. Ich trat ihm in die Eier. Wir sehen uns in drei Wochen vor Gericht wieder, er hat mich wegen tätlichen Angriffs verklagt!
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Ex-Freunde-Website
Peter aus Klosterneuburg schrieb:
Es ist die übliche Geschichte, man trifft sich online, plaudert und entscheidet dass die Chemie da ist um sich zu treffen. Dass taten wir auch. Maria war ein bisschen kleiner und viel breiter, als sie es in ihrem Profil beschrieben hatte und die Akne in ihrem Gesicht hatte sie auch nicht erwähnt. Egal. Wir plauderten ein bisserl. Und dann legte sie los, zählte all ihre Verflossenen auf, Name, Beruf, Dauer der Beziehung. Nach dem zweiten kleinen Braunen verabschiedete ich mich, konnte es nicht mehr ertragen. Ein paar Tage später erhielt ich ein Mail von ihr, mit einem Link. Es ist ihre persönliche Ex-Freunde-Website, mit all derer Daten, Vorzüge und Nachteile. Ich bin auch drin. Als Ex-Freund! Sie behauptet wir hätten eine Beziehung über drei Wochen gehabt und ich wäre ein lausiger Liebhaber.
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Schizophren
Saul aus Berlin schrieb:
Über eine Online-Partnerbörse traf ich Ruth. Sie wohnt in München. Also ein schönes Eck vom Kreuzberg entfernt. Wir redeten oft via IM und schickten uns häufig SMS. Eines Abends schrieb sie, dass sie nach Berlin käme, auf Dienstreise. Ich freute mich sie endlich im „wahren“ Leben kennenzulernen. Wir trafen uns in einem Restaurant. Es war sehr nett, wir hatten viel Spaß und sie verlängerte ihren Aufenthalt unter irgendeiner fadenscheinigen Ausrede um einen Tag. Ich fand das sehr romantisch. Wir gingen in den Zoo, spazierten durch Berlin und ich zeigte ihr meine Stadt. Am Abend hatten wir Sex. Es ist einfach so passiert. Am nächsten Morgen sagte sie, sie würde nur nach München fliege um ihr Kind zu holen und wäre in zwei Tagen wieder da. Das ging mir dann doch ein bisschen zu schnell und wo kam das Kind plötzlich her. Sie fing an zu brüllen und schreien, beschimpfte mich auf das Wüsteste und sie rannte in mein Schlafzimmer. Ich lief hinterher. Dort lag meine Dienstpistole am Nachttisch. Ich riss sie an mich. Sie schrie weiter, rannte herum wie wild geworden und war plötzlich in der Küche. Ich dachte nur mehr Messer, da sind Messer. Sie riss alle Schubladen auf. Schrie sie würde mich umbringen, bevor ich es tun könnte. Schließlich fand sie ihre Handtasche unter dem Küchentisch. Jetzt hatte ich wirklich Angst, was hatte sie da drin? Ich versteckte mich hinter der Tür. Nicht sehr mannhaft für einen Polizisten, aber das einzige das mir in diesem Moment einfiel. Sie kramte in ihrer Tasche herum. Zog ein Schachtel mit Pillen heraus, poppte zwei und zehn Minuten später war sie wieder die Liebenswürdige. „Ich leide unter paranoider Schizophrenie“ erklärte sie mir. „Dass ist doch kein Problem, oder?“ Es war ein Problem.
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Schokolade
Marianne aus Innsbruck:
Ich mach es kurz. Ich traf Peter am Netz. Wir trafen uns. Zum zweiten Date, es war Valentinstag, brachte er mir einen Strauss langstieliger Rosen, und zwei Schachteln Pralinen. Die beiden Schachteln waren aufwendigst verpackt. Er sagte, er hätte sie für mich handgemacht. Ich war beeindruckt. Fand das super süß. In der ersten Schachtel waren Schokoherzen. In der Zweiten ein Schokoabguss von seinem Penis samt den Hoden. Er grinste. Ich warf ihn hinaus.
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Offene Beziehungen
meint Harald aus Hamburg, gehen manchmal mit einem blauen Auge aus. Das ist seine Geschichte:
Nennen wir sie Lilian, und ich bin Harald. Es fing ganz harmlos mit einem Emailaustausch auf einer Single-Homepage an. Sie gefiel mir, aber ich hatte noch andere Eisen im Feuer, und war im Datingstress. Ein paar Wochen später trafen wir uns vor einem Kino. Wir beiden mögen alte Filme und sie zeigten Ben Hur. Ich stand vor dem Eingang. Ein grauer Audi TT hielt an. Bevor sie ausstieg küsste sie den Fahrer auf den Mund, er lächelte. Sie stieg aus, er ließ das Fenster runter und winkte mir zu. „Wer war den das?“ fragte ich. „Mein Mann! Wir haben eine offene Beziehung, jeder kann daten wenn er will. Es gibt nur eine Regel, man darf sie oder ihn nicht nach Hause mitbringen.“ Ich schluckte das. Wir sahen uns den Film an. Danach hatte sie Hunger und ich fuhr durch die Stadt auf der Suche nach einem guten Restaurant, das noch offen hat. Ich weiß noch, dass ich in eine dunkle Gasse abbog, weil ihre Hand auf meinem Oberschenkel nach oben rutschte. Dann hatten wir Sex. Dann klopfte jemand an das Autofenster. Ein Polizist nahm uns fest wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Am nächsten Morgen wurden wir mit einer Abmahnung entlassen. Ich führte sie nach Hause. Sie hatte ihren Ehemann nie angerufen. Sie stieg aus. Ging auf die Haustuer zu, die er aufriss, direkt auf mich zusteuerte und mir eine aufs Aug gab. Ich sah sie nie wieder!
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Come as you are:
Zimtschnecke traute ihren Augen nicht. Da stand er wieder, mitten im Getümmel des Praterfestes. The Real MacKenzies stimmten ihren dritten Song an, als ein noch halb mit Bier gefüllter Plastikbecher an Zimtschnecke vorbeizischte. Sie entkam dem Fluggeschoss nur durch schnellstes Ducken. Es landete am hellbraunen Sweater einer 15-jährigen in den Armen eines 16-jährigen. Sie schimpfte laut. Der 16-jährige sah sich gemeinsam mit Zimtschnecke nach dem Űbeltäter um. Sie entdeckte ihn sofort und duckte sich wieder. „Das kann nicht sein“, dachte sie. In der Eiseskälte des 1. Mai stand er nur mit schwarzen Shorts an den wohl geformten Beinen und einer Fuchsstola um den Hals in der Menge und grinste ihr zu. „Der hat System“, dachte sie. Fühlte sich enttäuscht. Eine von Zimtschneckes Lieblings-Date-Stories verwandelte sich gerade in eine Freakshow.
Vor ein paar Monaten hatte sie auf ein Mail von Nude33 geantwortet, mehr als Neugierde als an Notwendigkeit. Sie trafen sich zum Brunch. Ein herrlicher verfrühter Frühlingstag lud die beiden zu einem Pantscherl ein. Zimtschnecke saß an einem Ecktisch und harrte dem Date. Vor ihr Cafe Latte, der ewig glimmende Sargnagel und die Hoffnung in ihrem Herzen. Die Glastür schwang auf. Sie sah hin. Da stand er. Die blonden Haare wild zerzaust, den Schlaf noch in den Augen, eine Zigarette im Mundwinkel und ein weißes Handtuch um die Lenden gewickelt. Er sah sich um, entdeckte Zimtschnecke und setzte sich zu ihr. Bestellte einen Grossen Braunen, zog an seiner Zigarette und sagte, „ich dachte ich verkleide mich nicht. So seh ich aus, am frühen Morgen.“ Zimtschnecke staunte und lachte danach lauthals. Sie hörte sich seine Theorie zwischen gebeiztem Lachs; hartgekochten Eiern und mehr Lattes an. „Ich halte nichts davon mich zu verkleiden und ganz wild Eindruck schinden zu wollen. Du sollst mich so sehen wie ich wirklich bin, ganz früh am Morgen, weil so siehst du mich morgen früh.“ Das ging Zimtschnecke doch ein bisserl schnell. So genau wollte sie es gar nicht wissen. Fürchtete schon weitere Details seines Morgenrituals erfahren zu müssen.
Sie winkte der Kellnerin und zahlte.
Jetzt stand er wieder da. Direkt vor ihr. Mit der Fuchsstola um den Hals und einer unglaublichen Bierfahne. Der Leadsänger von den Real MacKenzies, nur mit einem grün-braun karierten Kilt bekleidet schrie ins Mikro und hob sein Bein. Er stellte es auf den Verstärkerkasten und Zimtschnecke erfuhr, dass Schotten tatsächlich nichts darunter tragen. Mögliche Erfrierungserscheinungen vortäuschend, verabschiedete sie sich von Nude33, dem exhibitionistischen Schotten und spazierte grinsend zur U-Bahn.
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Der Genpoolist:
„Kellner, 45 Jahre, noch verheiratet“, stellte Bernd sich vor. Das Foto zeigte ihn lächelnd auf seiner Veranda. Zimtschnecke schloss, das ist die Veranda seiner Noch-Ehefrau. Weil die beschrieb er als dominantes Wesen, unerträglich und reich. Zimtschnecke machte sich nichts mit ihm aus. Ignorierte seine Mails und vergas schließlich das es ihn je in ihrer Inbox gegeben hatte. Bis sie auf dem Badeschiff mit der Sonne flirtete und er auf sie zukam. „Sag mal, bist du nicht Zimtschnecke? Die von der Websingles Website?“ Zimtschnecke versteckte sich hinter der riesigen schwarzen Sonnenbrille, aber es half nichts. Nur massive Amnesie, Sprachverlust oder das plötzliche Sinken des Bootes konnten helfen. Nichts dergleichen passierte, also blieb ihr nur die Wahrheit. Sie nickte. „Wieso hast du dein Profil gelöscht?“ fragte er. „Weil ich mich verliebt habe“, antwortete sie. „Ah, und das konntest du mir nicht sagen!“ baffte er sie an. Zimtschnecke glaubte es nicht. Er stampfte davon, kam mit zwei Glas Bier zurück und setzte sich unaufgefordert neben sie.
„Du wärst ideal gewesen!“ schimpfte er. „Ideal, für was?“ fragte Zimtschnecke. „Als Mutter.“ Ihre Augen wurden so groß wie die Sonnenbrillengläser. „Ja, ich meine, ein Mann soll seine Gene weise weitergeben. Alle fünf Jahre mache ich einer anderen Frau ein Kind. Aber sie muss natürlich einigen Anforderungen entsprechen und du entsprichst. Hübsch, blond, gute Figur, toller Job, genügend gebildet.“ Zimtschnecke verlor jetzt doch ihre Sprache. „Ich hab mit Zwanzig angefangen, erstes Kind, ein Bub, seither alle fünf Jahre. Kannst es dir ausrechnen. Jetzt ist wieder ein Mädel dran. Bist du die Erstgeborenen?“ Zimtschnecke nickte. „Gut, das heißt, du kriegst sicher auch ein Mädel. Ich glaub ich werde sie Leila nennen.“ Zufrieden mit sich selbst und der zu produzierenden, zu gebärenden und zu benennende Tochter lehnte er sich zurück. Zimtschnecke wünschte sich jetzt doch auch noch Amnesie. „Das glaubt ihr keiner“, dachte sie. Schüttelte den Kopf. Packte Patrick Devilles Buch in den Rucksack, stand auf und ging. Er schrie ihr was nach, doch da rannte sie schon den Donaukanal hinauf.
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Nie wieder Blind Dates
schwört Herbert (55) aus Graz.
„Ich bin doch kein Psychologe der auch noch das Abendessen zahlt“, beschwert sich Herbert. Das ist seine Geschichte:
Kennengelernt hab ich die Irmi über das Internet. Über eine Partnerbörse, für dich auch noch gelöhnt habe. Wir trafen uns in einem Innenstadtlokal, das sie ausgesucht hatte, zum Abendessen. In Wirklichkeit war sie viel dicker als am Foto und das Haar sah auch ganz anders aus. Viel verwurschtelter, nicht so gestylt wie am Foto. Ich setzte mich zu ihr. Sie hatte mich erkannt und wie wild gewachelt. War mir peinlich. Wir bestellten und sie legte sofort los. Über ihren Ex. Oder besser, wie sich später herausstellte, noch Ehemann mit dem sie immer noch im gleichen Bett schlief. „Aber da läuft schon seit Jahren nix mehr“, beteuerte sie. Weil er hat sie blamiert! Ihre Mutter habe schon gesagt, sie solle ihn nicht heiraten. Er lispelte und schielte. Aber ihr sei das egal gewesen. Die Mutter hat all die Jahre weiter gehänselt. Ihre Freundinnen haben sich über sie lustig gemacht und da hat sie aufgehört mit ihm zu schlafen. Sie sagte, sie hätte es nicht mehr ertragen können. Jetzt nach 30 Jahren kinderlosen Ehe, lässt sie sich scheiden, will aber gleich beim nächsten Mann einziehen. Ich verbrachte den ganzen Abend damit ihr zuzuhören, ihrem Gejammere und Selbstzerfledderung. Bis ich es nicht mehr ertragen konnte. Zahlte und führte sie noch zum Bahnhof. Wochenlang bombardierte sie mich mit Emails und Telefonanrufen, die Scheidung sei beinahe durch, sie schliefe jetzt am Sofa, wann ich sie abholen käme, sie hätte ihre Sachen schon gepackt. Warte nur mehr auf mich. Ich musste mir eine neue Emailadresse zulegen und kaufte mir ein neues Handy. Sonst wäre ich sie nie losgeworden!
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Seltsame Hobbys
Christine aus Wien sammelt Anzeigen. Einige mailte sie uns:
„Offizieller Begrüβer des ‚Käse Festivals’, 1974, sucht Frau bis 50, die sich mit Schuldenkonsolidierung und Wolle auskennt.“
„Nur weil du mich zum Abendessen einlädst, heißt das nicht, dass ich mit dir ins Bett gehe. Das tue ich sowieso.“
„Ich kann in meiner Pre-Menstruationsphase Feuer entfachen.“
„Romantik ist tot. Und meine Mutter auch. Mann, 42, ererbtes Vermögen.“
„Ich mag meine Frauen, genau wie meinen Kebab. Überraschend nach einer durchzechten Nacht entdeckt und scharf gewürzt.“
„117-jaehriger Viagra-Schwarzhändler hat endlich Lust nach ein bisschen jugendliche Schnecke.“
„Bla, bla, bla, was auch immer. Gleichgültige Frau. Schreib mir. Box 3253. Von mir aus.“
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Der Supermarkt
ist großartig zum Kennenlernen von Single-Männern schrieb
Kerstin (31) aus Wien. Hier sind ihre Abenteuer:
Es war selbstverständlich ein Zufall. Der erste richtige sonnige Samstag in Wien. Ich verbrachte den Nachmittag an der Alten Donau. Mit meinem Liebling Thomas Pynchon und seinem neuen Buch. Am Heimweg fiel mir ein, dass mein Kühlschrank leer ist. Außer den absoluten Notwendigkeiten, Kaffee und Milch, stand nichts drin. Ich bog ab zu meinem lokalen Supermarkt. 10 Minuten vor 5. Die Verkäuferinnen starrten mich böse an. Ich grabschte mir ein Einkaufswagerl und hetzte los. Vor und hinter mir hetzten Andere. An der Kassa stand ich ganz hinten in der Schlange. Ich lugte in die Einkaufswägen der Männer. Fertiggerichte, drei Bierdosen, Minipackungen Käse und Wurst. Singles, schloss ich. Das sind auch Singles. Ich zahlte. Und entgegen meiner sonst bekannten Effizienz legte ich die Waren zurück in das Einkaufswagerl, stellte mich neben die Männer, die langsam ihre Einkäufe in Rucksäcke verpackten. Ich riss mir das Grüne-Tee-Lassi auf. Ließ den Deckel fallen und bum, der Glatzköpfige beugte sich nach dem Verschluss und hob ihn mir auf. Lächelnd gab er ihn mir zurück. Ich dankte. Sicher hätten wir gleich miteinander zu plaudern begonnen. Aber leider überfiel jemand eine Frau direkt vor dem Supermarktfenster. Entgeistert sahen wir zu, wie ein Mann in Jeans-Jacke einer Frau im Rollstuhl die Handtasche entriss und davonrannte. Der Glatzkopf rannte los, jagte den Dieb bis zur Querstrasse. Ich bewachte seine Einkäufe und die Verkäuferinnen riefen die Polizei an. Der Dieb entkam. Die Polizei kam. Sie nahmen unsere Aussagen auf. Der Glatzkopf kümmerte sich um die Bestohlene und bot schließlich an sie nach Hause zu bringen.
Ich probierte es unter der Woche. Aber ohne Erfolg. Auch Single-Männer müssen arbeiten. Sie sind eher gestresst und für weibliche Anbandelversuche unzugänglich. Ich wartete ungeduldig bis Samstag. Wiederholte meine Routine. Ich gab schon beinahe auf. Einer meiner Flirtkumpanen riss im letzten Moment sein Handy raus und redete ganz offensichtlich mit seiner Freundin (ich hatte die Flasche Sekt übersehen). Der Andere entpuppte sich als Vater dreier Kinder und hatte nur die Resteinkäufe gemacht (ich hatte die Hipp-Säfte falsch gedeutet). Der Glatzkopf blieb verschwunden.
Es muss der achte Samstag gewesen sein. Ich war bereit meine Supermarkt-Theorie aufzugeben, als ich ihn sah. Gedrillt von meinen Erfahrungen untersuchte ich seine Einkäufe ganz genau. Groß, kurze schwarze Haare, Shorts, helles Leiberl, Flip-Flops. Wir folgten einander lächelnd durch den Supermarkt bis zur Kassa. Ich hatte keine Ahnung was ich sagen sollte. Ob ich was sagen sollte. Also sagte ich nichts. Er stand vor mir in der Schlange. Lud seine Einkäufe auf das Foerderband, legte einen Schokoriegel dazu. Zahlte. Verpackte. Ließ den Schokoriegel heraußen. Drehte sich um. Inspizierte meinen Einkaufswagen. Sah die Single-Tomate neben der Kleinpackung Bio-Hendelbrust und sagte, „man muss ich doch auch manchmal was Gutes tun“, und reichte mir den Schokoriegel.
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Der Hund
Rudi aus Klosterneuburg schrieb uns über seine Hundeanbandelei.
Ich lauf jeden Tag. Egal ob es schneit oder regnet, die Sonne scheint. Ich sah immer mehr Frauen mit Hunden joggen. Folgten sie mir oder ich ihnen? Keine Ahnung. Jedenfalls sah ich jeden Tag oder beinahe jeden Tag eine sehr hübsche Braunhaarige mit grünen Augen. Aber sie verstöpselte ihre Ohren mit Kopfhörern. Ich überlegte pausenlos was sagen. Aber das wäre verloren gewesen, sie hätte mich nicht gehört. Mir gefiel auch ihr schwarz-grauer Mischling. Er flirtete wenigstens mit mir. Am Heimweg von der Arbeit, sah ich eine Tierhandlung. Ich ging rein. Erkundigte mich nach Hundelieblingsspeisen. Kaufte ein Packerl. Am nächsten Tag joggte ich los mit Hundewurst in meiner Trainingshosentasche. Der Mut verließ mich und ich warf die Wurst einfach nur hin. Der Hund biss danach und verschlang sie. Über die nächsten Tage warf ich immer wieder eine Wurst hin. Bis sie es schließlich bemerkte. Ein seltsam peinlicher Moment entstand. Ich war versucht zu lügen. Eine haarsträubende Geschichte von meinem verstorbenen Hund zu erfinden, und das ich eben diese Würstel noch zu Hause hatte. Sie lächelte mich an und sagte, „der Berry mag die Würstel schon gern.“ Es wurde nichts draus, weil sie einen Freund hatte. Aber immerhin hatte ich es versucht.
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Nix Deutsch
Brian versucht es mit der „I don’t speak German“ – Masche: (übersetzt aus dem Englischen von Zimtschnecke).
Ich lebe seit drei Jahren in Wien, meistens als Single. Hab die Partnerbörsen probiert. Manchmal mit Erfolg, aber meist waren es doch Reinfälle. All das Geschreibe nervte mich. Eines Tages stand ich am Bahnhof in Meidling vor dem Monitor. Suchte nach der Abfahrtszeit meines Zuges. Fand ihn nicht. Der Mann am Schalter sprach kein Englisch. Ich fand meinen Zug nicht. Eine junge Frau stand neben mir und versuchte zu übersetzen. Es half. Ich fand meinen Zug. Leider fuhr sie in die andere Richtung. Aber seither tu ich immer hilflos, wenn ich eine hübsche Frau sehe.
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Popcorn-Maschine
Sara und Tom lernten sich auf Websingles-Homepage kennen. Und erzählen:
„Man sagt ja immer, bloß nicht bei ihm zu Hause treffen, keine Handynummern hergeben und all das. Er rief mich an, schlug vor wir sollten uns bei der U6 Urban Loritz Platz treffen. ‚Wieder so ein Langweiler’, dachte ich mir. Tom schlug einen Spaziergang vor. Ich schaute mich um. Kein Park, keine Einkaufsstrasse, nix. Gürtel und Autos. Lugner-City vielleicht. Er ging voran, ich folgte ihm. Im Proberaum seiner Band hatte er einen Beamer aufgebaut, Sofa hingestellt, legte meinen Lieblingsfilm ein und rollte eine Popcorn-Maschine raus. Da war’s um mich geschehen.“ Tom nickte zufrieden. |
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Pros
Georg’s Email: „Ich habs mir gleich gedacht, die sieht für mich viel zu gut aus. Nicht dass ich hässlich bin oder so, aber die war einfach zu heiß. Logisch bin ich angesprungen auf die kleinen Teaser und war schon ganz gamprig aufs erste Treffen. Mich haute es fast um, ich konnte mein Glück nicht glauben. Sie saß da im Schanigarten wie ein feuchter Traum. Ich war sprachlos. Ich stammelte vor mich hin. Sie schleppte mich ab. Und nachher klopfte jemand an der Tür. Ihrer Tür. Ein Riese stand vor mir. Sagte nur „Das macht dreihundert Euro“. Ich versuchte eine Erklärung, das ging ordentlich schief. Ich zahlte. |
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