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Bjoern Holste
Björn Holste
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Vom „Ich“ zum „Wir“
Wir fragen uns oft, wie man so schnell vom „Ich“ zum „Wir“ wird.

Single – arm oder reich?
Sind wir bemitleidenswerte Gestalten die arm sind, weil wir keine Beziehung haben?

Ein Dreieck - verzwickt oder Kick?
Können wir uns zu zwei Personen gleichzeitig hingezogen fühlen?

Der Beziehungs – Lackschaden
Es gibt die verschiedensten Arten des Kennenlernens.

Romantik oder Speed-Dating?
Können wir von Vergangenheitswerten und Tradition sprechen, wenn wir von Romantik reden?

Jeder hat seine eigenen Gewohnheiten
Können wir von uns sagen, dass wir als Singles mehr Gewohnheiten haben als Paare? 

Schluss - Post it, SMS oder Essen?
Wie beenden wir am besten das, was wir nicht mehr wollen?

Ein Kuss ist nicht gleich ein Kuss
Können wir oder er wirklich küssen?

Sex mit klaren Regeln

Sind es die aufgestauten Hormonschübe, die uns den Partner vor dem Sex anders erscheinen lassen als danach?

Zwischenbeziehungen und Teilzeitsingles
Was sind die flüchtigen Bekanntschaften zwischen den Beziehungen?

Die Liste – unser Beziehungskonto an der Börse
Können wir bei den „Für und Wieder“ einer Beziehung, dem Abwägen der guten und schlechten Seiten von einem Beziehungskonto sprechen?

Sex -eine Nummer nach der Anderen
Ab wann können wir von einem Titel „Schlampe“ sprechen?

Macht Liebe blind?
Können wir noch rationell denken, wenn wir lieben ?

Eine Affäre – die mobile Nummernbeziehung

Können wir Affären mit mobilen Beziehungen vergleichen?

Sex um jeden Preis – der Notstand bricht aus
Machen sie vor nichts halt?

Eine Nummer ohne Gefühle

Warum ist der Sex trotz vorhandener Gefühle oft so gefühllos?

Der Blick in die Ferne - das Herz reist
Können wir eine Beziehung mit einem Band vergleichen?

Advent, Advent ein Single brennt – die Tage als Single       
Wie verbringen wir als Single die Tage und Wochen vor Weihnachten?

Ist Sex gleich Freundschaft?
Sind wir befreundet wenn wir Sex miteinander haben?

Der ungewisse Sex
Ist der Sex immer unsere Gewissheit für ein Mehr?

Sex und Ex
Was macht den Sex mit dem Ex so gut?

Der Single – die einsame Bestie

Können wir sagen, dass alle Singles Bestien sind?

Der Typ Mann – alles typisch?

Können wir sagen, bei unseren Männern ist alles typisch? Was ist typisch Mann?

Die Sammler und Jäger

Sind wir Nachtwächter, die durch die Bars und die Discos der Großstadt ziehen?

Schlecht im Bett - langweilig in der Beziehung
Ist die Beziehung langweilig, wenn der Sex schlecht ist? Spiegeln wir unsere sexuellen Phantasien auf die Beziehung nieder? Mehr:

Aussehen -  Schein oder Sein?
Können wir einen Menschen nur mögen, wenn er hundertprozentig unseren Vorstellungen entspricht? Mehr:

Sünde oder pure Lust
Geh ich mit Dir, gehe ich fremd. Die emotionale Abhängigkeit und triebgesteuerte Entscheidung zum Fremdgehen. Mehr:

 

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Sünde oder pure Lust

Geh ich mit Dir, gehe ich fremd. Die emotionale Abhängigkeit und triebgesteuerte Entscheidung zum Fremdgehen.
Sind wir fähig vollkommen und ohne emotionale Ausrutscher uns einem Partner hinzugeben, an keinen anderen zu denken als an „ihn“ oder ist es unser Naturell oder sogar die Gene die uns unter der Dusche an jemanden anderen denken Lassen? Können wir unsere Gene entschuldigen? Wo sind die Unterschiede des Fremdgehens, mit  oder ohne Küssen, banaler Oralverkehr oder einfach freies hemmungsloses vögeln? Sich danach anziehen, ins Auto setzen und zur Tagesordnung überzugehen.

Der Trieb der Männer, die Triebe der Frauen, die Lustgefühle, egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, wir begegnen Ihnen immer. Ab 8 Uhr abends, ein schlechtes Fernsehprogramm in der Glotze, den Schalter am Gerät – der Laptop läuft. Mein Partner ist nicht zu Hause, wir sehen uns regelmäßig aber nicht zu oft. Eigentlich bin ich glücklich – und einsam – heute oder doch einfach nur geil?

Heimlich sind wir sowieso seit Jahren in unzähligen Singleforen angemeldet um unseren Marktwert nachhaltig im Auge zu behalten.  Vielleicht ist es der Eine, den ich gerade angeklickt hatte. Er sucht zu mindestens das was ich suche – ein Abenteuer für heute. 

Fängt das Fremdgehen etwa schon beim Gedanken an? Sind wir unserem Partner insgeheim nicht mehr treu wenn wir uns heimlich um den ekligen Eifersuchtsszenen aus dem Wege zu gehen, mit XY zum Kaffee treffen – natürlich ohne Hintergedanken oder vielleicht vorher einfach nur „Blumen“ austeilen „Du bist aber ne hübsche Maus“.

Wir treffen uns - nun ist es doch passiert, wir lachen miteinander, fanden uns auf Anhieb interessant und haben es schnell klar gemacht - zu ihm. Kein Küssen – kein langes Reden einfach nur den Druck und die Anspannung abbauen. Fremdgehen ohne Küssen? Wenn wir nicht  Küssen, sind wir dann unserem Partner, der von nichts weiß, emotional nicht verbunden? Können wir Sex haben aber schließen den Austausch von Nähe aus? Ist es somit eigentlich nur der Drang einen neuen heißen unerforschten Körper zu fühlen oder wirklich nur das Testen des eignen Marktwertes?

Gehen wir noch einmal auf den Gedanken zurück , den Ursprung  des Übels zurück. Entsteht der Gedanken aus Langeweile, einfacher Lust, dem Drang nach Abwechslung, oder Neugierde? Ist Vielleicht auch der Sex mit unserem Partner spannender wenn wir insgeheim an einen Anderen denken? In unseren Phantasien Sachen ausleben können, die uns unserem Partner gegenüber peinlich sein könnten?

Warum können wir nur die Schuldgefühle während wir uns gerade mit einem Anderen vergnügen abstellen und sie erst wieder sitzend im Auto an uns rankommen lassen? Sind wir alle emotionslose Schweine oder einfach nur Menschen und sollten dazu stehen, zu dem was wir verbockt haben oder verbocken wollen?

Ist das nicht schon der Schlüssel, die Lösung – „dazu stehen“? Kann es sein, dass wir oft nicht das suggerieren, was wir wollen und eigentlich sind, dass wir nicht authentisch sind? Kennt uns unser Partner anders und wir täuschen ihn. Wäre das Leben nicht viel sorgenfreier ohne  Heimlichkeiten und Schuldgefühlen als Beifahrer im Auto, nach unserem Date?

Die Lust kann so unsere Begleiter sein,  doch die Sünde lassen wir daheim.
15.10.2008
Björn Holste, Kaisheim

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Aussehen -  Schein oder Sein?

Können wir einen Menschen nur mögen, wenn er hundertprozentig unseren Vorstellungen entspricht? Ist es uns noch nicht einmal möglich sich mit jemandem zu unterhalten, obwohl wir ihn nicht attraktiv finden? Ist das Aussehen wirklich alles was zählt?
Unsere Gesellschaft wird immer oberflächlicher und selbstverliebter. Durch die immer mehr werdende Einkehr der Anonymität, den unzähligen Singleforen mit und ohne Bilder, ist es einfacher den je. Wir füllen erst einmal ein paar Formulare im Netzt aus. Beschreiben anhand von verschiedenen Eigenschaften, Charakter und Aussehen unseres Traumpartners und können dank der vielen Bilder, die wir als Partnervorschlag bekommen, auch gleich erstmal schön aussortieren und auf löschen klicken.
Haben wir uns mittlerweile wirklich dahin entwickelt, dass wir noch nicht einmal mehr mit jemandem chatten können, den wir nicht hübsch finden? Sind wir so oberflächlich oder eher selbstverliebt? Würden wir im waren Leben, fern des Internets jemanden neben uns stehen lassen, der uns nett anspricht oder ihm sagen, „Du schaust scheiße aus“? Ist es gerechtfertigt, nur weil wir uns aus kilometerlanger Entfernung über Faserkabeln unterhalten, keinen Anstand mehr zu haben und vorab zu urteilen?
Wir können doch in jeglicher Kommunikation Anstand verlangen. Jemanden so behandeln,  wie wir es selber gerne hätten. Es wird uns allerdings auch sehr einfach gemacht. Keiner kennt uns, weiß wie wir reagieren oder aussehen.
 „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ in diesem Fall allerdings nicht. Der Typ kann noch so toll aussehen, wenn er uns durch seine Arroganz und Selbstgefälligkeit wahrlich über die Kloschüssel treibt. Wenn wir sie aber dann treffen, die schönen Könige der Singleforen, mit den gestellten Bildern, dann stößt es einem schon sauer auf, dass man sich die Mühe gemacht hat und 50 Kilometer gefahren ist.
Fühlen wir uns als etwas Besseres, wenn wir nicht greifbar sind und gar nicht vor haben uns mit jemandem zu treffen, sondern nur die Lust verspüren dem Anderen zu zeigen wie armselig er ist und wie toll wir sind?
Selbstverständlich prägen das Aussehen und das Selbstbewusstsein einen Menschen, jedoch sollte der Übermut nicht das Resultat der Selbstverliebtheit sein. Schon gar nicht, wenn wir uns mit unserem Ottonormalaussehen als etwas Besseres darstellen als wir sind.
Oft hilft ein einfacher Blick in den Spiegel, um sich selber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und dem Gegenüber somit mit nötigem Respekt entgegenzutreten - egal ob im world wide web oder an der nächsten Straßenecke.
26.10.2008
Björn Holste

 
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Schlecht im Bett - langweilig in der Beziehung

Ist die Beziehung langweilig, wenn der Sex schlecht ist? Spiegeln wir unsere sexuellen Phantasien auf die Beziehung nieder? Verteilen wir insgeheim für den Sex eine Schulnote und klassifizieren unsere Beziehung hier auch ein oder können wir die Gefühle außen vor lassen und genießen den benoteten Sex und die außer Konkurrenz stehende Liebe?
In der Betrachtung  der Vergabe von Schulnoten in sexuellen Akten und Eigenschaften des Partners, können wir fast alles bewerten. Doch ist eine Beziehung langweilig weil das Feuer im Bett erloschen ist? Können wir die Sehnsüchte der Liebe und Leidenschaft mit erfreulichen Ereignissen sowie besserer Benotung gemeinsamer Erlebnisse und Freuden kompensieren?

Nach dem Kennenlernen erleben wir lange, leidenschaftliche Nächste. Wochen voller Freude, den Anderen zu sehen. Können es kaum abwarten, ihn zu jeder möglichen Situation zu spüren und der freien Leidenschaft den Lauf zu lassen.

Was ist wenn die Leidenschaft nach kurzer Zeit ausgereizt ist. Wir das Schema „F“ kennen und trotz neuer Impulse keine Lust mehr verspüren. Reagieren wir anders, teilweise eventuell zickig unserem Partner gegenüber, wenn wir nicht mehr das erreichen oder bekommen, was wir uns wünschen? Kann man sagen, eine Beziehung funktioniert nur einhundertprozentig, wenn sie alle Kriterien, wie  Liebe, Sex, Geborgenheit, Vertrauen und vieles mehr erfüllt?

Vielleicht reden wir uns aber einfach auch nur ein, dass wir immer „alles“ wollen - oder eher brauchen. Eventuell bleibt das „Prickeln“ bestehen, wenn wir uns nicht jeden Tag sehen und übereinander  herfallen. Die Qualitäten des Partners können wir nicht mit Noten kommentieren. Die 1 bekommt er für seine tollen Kochkünste, die 2 für seine penetrante Ordnung und die 3 für sein tolles Auto. Aber im Bett ist er nur eine 5 wert.

Empfinden wir nicht in einer Beziehung, die Gewichtung von Bestandteilen, wie Zuneigung, Sex und Vertrauen, anders als nach der Beziehung? Wir erwischen uns oft selber, wenn wir uns daran erinnern, während der Beziehung gesagt zu haben“ Er ist der Hammer im Bett“ und danach, „ Naja, war ganz gut“. Wir betrachten den Partner in unserer Beziehung mit anderen Augen und werten anders als nach der Trennung.  Gut so. Ansonsten würden wir Ihn wahrscheinlich gleich beim ersten „nicht-kommen“ verlassen und ihm nicht sagen „Schatz, kein Problem, Du hattest einen anstrengenden Tag“.

Wichtige Dinge im Leben, sowie in einer Beziehung, die einem oft als fundamental erscheinen,  stellen sich je nach Partner oder Gefühl ein. Wir schrauben meist unsere eigenen Erwartungen runter oder verlagern sie in andere gemeinsame Bereiche der Beziehung, die leichter an die Hundertprozent Marke reichen.
Wir verzeihen einem nicht perfekten Menschen in einer Beziehung mehr als danach. Mit dem Blick auf die wirklich schönen Dinge der Beziehung, dem nicht zehnminütigen Akt der Verschmelzung sondern eher dem stundenlangen Kuscheln danach sowie dem Lachen und dem gemeinsamen Weinen vor Glück, ist es uns einfacher gute Noten für nicht einhundertprozentige Leistung zu vergeben.

Vielleicht auch den Stift ganz in der Schublade zu lassen und  einfache nur genießen. Ohne  eine Vergabe von Noten.

30.09.08
Björn Holste
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Die Sammler und Jäger

Sind wir Nachtwächter, die durch die Bars und die Discos der Großstadt ziehen? Sammeln wir Erfahrungen, sammeln wir sogar Teile von Seelen unserer Verflossenen? Sind wir skrupellose Jäger der Gesellschaft, die alles nehmen was sie kriegen können und den besten Nutzen daraus ziehen?

Es ist Samstagabend. Die Zeit der Jagt beginnt. Egal ob wir nach Telefonnummern jagen, einem Flirt oder vielleicht sogar dem Orgasmus für die Nacht. Unsere Opfer finden wir unter denen, die einsam sind, leicht zu haben, Aufmerksamkeit wollen oder einfach das Gefühl vermittelt bekommen wollen,  gemocht zu werden. Ein leichtes für uns – ein Spiel, dessen Sieg schon auf unsere Seite steht. Ein paar Blicke, langsames annähern und wir kommen ins Gespräch. Wir spielen einfach den „Zuhörer“ den, den die Frauen wollen, den einfühlsamen netten Kerl. Ein paar Drinks und schon liegen Sie uns zu Füßen. Nun ist der Weg nicht mehr weit…

Sind es eine Art Trophäen, die wir sammeln müssen? Ist es ein Zwang oder eher ein Hobby. Wo bleiben die Gefühle der Beute? Die, die wir mit nach Hause nehmen, Ihnen das Blaue vom Himmel versprechen oder auch nur die nächsten Wochen versprechen und sie nach der einen Nacht nicht mehr anrufen. Gefühle sind out. Egoismus ist in. Das nehmen was man kriegen kann. Egal wann und wo. Die Creme de la Creme. Das Sahnehäubchen, nur das Beste – und von dem nicht zu wenig.

Bis wir selbst einmal in der Situation stecken und an den Falschen geraten. An den Vampir der Nacht, den Wolf aus dem Wald. Der uns das Herz aus der Brust reißt und uns fallen lässt, obwohl wir ihn mögen – das pelzige Tier – unseren Jäger.

Gebrochenen Herzens sitzen wir leidend neben unserem zweiten „Ich“ dem einst so erfolgreichem Jäger der nun schnell zu Beute wurde.  Das Fell über die Ohren gezogen, denn Schwanz eingezogen gehen wir vielleicht beim nächsten Beutezug bedachter und einfühlsamer an die Jagt. Immer mit dem Gedanken, das aus dem Jäger auch schnell der Gejagte werden kann.

26.10.2008
Björn Holste
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Der Typ Mann – alles typisch?

Können wir sagen, bei unseren Männern ist alles typisch? Was ist typisch Mann? Ist es unser Typ Mann, den wir uns immer aussuchen? Sind es seine Eigenarten oder machen wir vielleicht den Mann, so typisch wie er ist? Was gibt es für Typen von Männern? Wie definieren wir den Typ Mann? Ist es eher der Charakter oder vielleicht seine abartigen Eigenarten, wie die Wäsche neben den Wäschesack schmeißen, was wir als „typisch“ bezeichnen. Sie denken oft nicht mit und machen das was sie wollen. Machen ihr Ding, schmeißen sich aufs Rad, kommen zu spät zum Essen, kaufen zu teuer ein und bleiben ewig in der Kneipe – typisch Mann!

Hätten wir keine Beschäftigung, wenn wir uns nicht immer darüber ärgern würden oder finden wir einfach keinen Anderen und landen immer wieder bei demselben Typ Mann? Sind es vielleicht wir, die sich immer den Selben aussuchen?

Immer wieder, in jeder Beziehung denken wir „schon wieder“, das haben wir doch bereits erlebt. Am Anfang war es lediglich die offene Zahnpastatube die uns morgens aufregte. Nun sind es seine Barthaare, die überall rumschwirren und die Ohrenstäbchen die wir neben dem Müll finden. Als ob wir wissen wollen, was er so alles in oder um die Ohren hat.

Mittlerweile reden wir über unseren Mann - mit unseren Freundinnen - wie über einen Fremden und ziehen über seine typischen Eigenschaften her. Ist es genauso typisch Mann, dass wir ihm immer sagen müssen, ob die Kleidung zusammen passt? Müssen wir den ständig mit der Angst leben, dass wenn er aus der Ankleide kommt, wir auf der Straße Gefahr laufen von anderen Leuten eine Visitenkarte zugesteckt bekommen, wo „Sie suchen eine Stilberatung?“ draufsteht?

Machen wir vielleicht immer wieder denselben Fehler und können uns die Männer nicht erziehen? Müssen wir denn das nachholen, was sie in der Kinderstube versäumt haben oder wieder durch schnellkommende Alzheimer unbewusst verdrängen. Vielleicht ärgern Sie uns auch bewusst und fordern einen Kampf der Geschlechter. Wir aber, verstehen das Signal nicht und machen genau das Gegenteil - regen uns auf.

Sein Ziel ist verfehlt und uns platz der Kragen. „Wieder so ein Typ der gleichen Art“ Es klingt wie eine Art Spezies, eine Art Affe oder Reptil.
Können wir den Mann in Klassen oder Typen einteilen? Der Business Mann, der Hausmann, die Nachteule, der Säufer, der Schwanzgesteuerte, der Dumme, der Nachlässige oder der Selbstsüchtige. Vielleicht ist es sinnvoller uns einzuteilen, weil wir es sind, die ein Problem mit ihm haben? Die, die nicht wissen was und wen sie wollen. Die nicht wissen, wie sie mit ihm umgehen sollen und bei jeder Kleinigkeit ausrasten oder frustriert sind und das ganze Leben in Frage stellen.

Vielleicht machen wir unsere Männer zu dem was sie sind. Das Weichei, den Macho, denn die kommen mit Sicherheit nicht von alleine so auf die Welt. Es ist ebenfalls nicht hilfreich immer wieder Entscheidungen abzunehmen, Wäsche wegzuräumen und wöchentlich den Einkauf zu erledigen sowie die Wohnung zu putzen.

Fängt die Erziehung eines Partners erst in der Beziehung an? Vielleicht müssen alle Singles von uns, die einen Mann bekommen, erst einmal Pionierarbeit leisten und sich dann später das Bundesverdienstkreuz verleihen lassen. Als eine Wertschätzung und ein Dankeschön, dass wir wieder einmal einen richtigen Mann aus dem nicht mitdenkenden Männchen und dem Weichei gemacht haben. 

26.10.2008
Björn Holste , Kaisheim
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Können wir sagen, dass alle Singles Bestien sind? Egal ob wir von sexsüchtigen, hormongesteuerten, beziehungsunfähigen, shopping- oder arbeitssüchtigen Singles sprechen. Tragen wir alle nach einer Zeit unseres Singledaseins Schäden davon? Müssen wir die fehlende Zweisamkeit durch Extreme jeglicher Art ersetzen?

Wir lieben alle mehr oder weniger unser Singleleben. Unsere Freiheit tun und lassen zu können, was wir möchten. Lang ausschlafen, frühstücken mit Freunden und Prosecco. Lange extreme Einkäufe, die unser Konto belasten und alles weitere was unsere im Herzen steckende Einsamkeit übertüncht. Neidisch aber nicht zugebend blicken wir auf die verliebten Pärchen. Die, die noch nicht in dem Tagessumpf der Ehe stecken. Die, die noch alles erleben, den Partner entdecken und die Verliebtheitsphase genießen.

Ticken wir manchmal einfach aus, weil wir all das nicht haben, was Paare haben? Ist es vielleicht doch insgeheim der Schmerz, den Sie uns zufügen wenn sie uns freundlich aber bemitleidend zur Pärchen – Geburtstagsparty einladen und wir wie eine Krankheit abseits der Anderen stehen und immer wieder hören „Du bist doch so hübsch, verstehe ich gar nicht, warum Du keinen Freund hast“. Treibe sie uns in den Wahn und in die Extreme? Denken wir uns bei unseren monatlichen Einkäufen, wir könnten unser Selbstbewusstsein mit dem Kauf von Hosen stärken, die zwei Nummern kleiner sind als unser eigener Hintern? So  stehen wir wieder frustriert vor dem nächsten Problem: Single, dick und zu fett für die neuen Hosen! Fügen wir uns in diesen Situationen den Schmerz nicht selber zu?

Ist es der Drang, auch sexuell aktiv zu sein ohne eine Beziehung zu haben, der uns zu irgendwelchen Sexdates treibt, die wir Tage zuvor eigentlich verurteilt hatten? Mit Typen, gleich den Nachtschattengewächsen, die wir noch nicht einmal auf einen Kaffee einladen würden. Können wir das sexuelle Befreiung nennen?
Der Frühling ist die beste Zeit um unsere über den Winter eingeschlafenen, in Schubladen vergrabenen, Hormone aufzuwecken und sie zu Jägern unsere Befriedigung zu machen. Wir daten was das Zeug hält. Immer und immer wieder in der Hoffnung, dieses Jahr nicht allein am weißen Sandstrand im Süden zu liegen.

Haben wir nach dem zehnten Treffen nicht den Partner gefunden, mit dem wir den Rest unseres Lebens oder zumindest die nächste Weihnacht verbringen wollen, so verfallen wir in Depressionen und stürzen uns in die Arbeit. Frei nach dem Motto „erfolgreicher Single“. Vielleicht macht uns das ja ein Stück weit interessanter für die, die wir nicht für uns passend fanden. 

Stimulierend durch die Einsamkeit und selbsttröstend kaufen wir uns haufenweise CDs und DVDs  mit Liebessongs und Filmromanzen. Somit fügen wir uns in bestialischer Weise immer noch mehr Schmerz zu. Ist es ein Wunder, dass wir uns so immer wieder im Kreise drehen, den potenziellen Partner sowieso ausschließen und einsam mit unseren Extremen leben dürfen?

Vielleicht sind wir als Singles keine einsamen Bestien mit extremen, aber Suchende, die auf jeden Fall wissen, was sie nicht finden wollen. Menschen, die sich selbst beschäftigen können und die, die für Ihre Freunde und die richtige Liebe noch wirklich Zeit haben.

31.10.2008
Björn Holste
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Sex und Ex


Was macht den Sex mit dem Ex so gut? Können wir den Sex mit dem Ex nach dem „Schluss“ anders empfinden als in der Beziehung? Anrüchig oder einfach nur geil?  Bleibt der gute Sex bestehen, obwohl die Beziehung nicht funktionierte?

Wir liebten uns, wir hassten uns und doch ist Schluss. Ein Leben zusammen war nicht möglich, der Alltag hat uns die Augen geöffnet. Wir hängen nicht mehr aneinander oder doch? Emotional haben wir eigentlich mit dem Thema abgeschlossen jedoch holt uns die Vergangenheit immer wieder in zeitlichen Abständen ein. Wir gehen nicht mehr Essen, telefonieren nicht, lachen nicht mehr und doch fühlen wir uns. Allgegenwärtig in undefinierten zeitlichen Abständen, ruft der Eine den Anderen an und wir treffen uns. Nicht fürs Kino, nicht auf einen Drink, nicht zum Kochen aber um unseren Hormonhaushalt wieder sexuell und schmutzig auszugleichen.
Keiner weiß von den Stunden voller Feuer und heißer Leidenschaft. Ist es anrüchig mit dem Ex Sex zu haben?

Können wir nicht unsere Sehsüchte, auch wenn sie aufs geringste sexuell beschränkt sind Jemandem mitteilen, der uns damals als die Beziehung auseinander ging tröstete?

Denken wir, wir würden unsere Freunde hintergehen, wenn wir ihnen nicht diesen für uns abartigen aber geilen Teil unseres Lebens erzählen würden? Sagen sie uns das, was wir ohnehin schon wissen?

Rückfahrt von ihm nach Hause denken „Das war das letze Mal, es ist nicht richtig und endgültig vorbei“ – bis das nächste Mal das Telefon klingelt.  

Was macht das Ganze nur so unwahrscheinlich aufregend und  nicht abstellbar? Ist es der einzigartige Orgasmus, den wir mit ihm erlebten und den wir nicht mehr missen möchten – an den wir auch denken wenn wir in einer neuen Beziehung sind? Oder ist es das Verbotene und das Wissen „Er will mich noch“?

Vielleicht können wir den Sex nach einer Beziehung intensiver und freier genießen als in ihr. Der Gedanke an die Freiheit, keine Bindung einzugehen, die Macht zu habe, einfach zu gehen und ihn schmutzig liegen zu lassen macht den Akt vielleicht noch aufregender und intensiver als vorher.

Dominieren wir durch unsere Freiheit unseren Sexpartner? Als Single auf das zurückzugreifen was nah liegt ist mit Sicherheit nonnenhafter als das ständige Wechseln der Geschlechtspartner. Sich für etwas zu entscheiden was einem gut tut, selbst wenn es nur der Ausgleich unserer Hormone ist, ist wahrlich nicht schlimm. Nur unter der Betrachtung unserer Seele, sollten wir nur das tun, was uns auch wirklich gut tut. Ein Megaorgasmus ist zwar ein Erlebnis für Stunden, jedoch nicht das Ergebnis des Glücks. Stehen wir zu dem was wir machen, auch wenn es Anderen nicht gefällt. Oft bringt es uns auch ein Stück Sicherheit in alte Schemen zu verfallen. Wenn es uns auf dem Weg nach vorn nicht von der Spur abbringt und im Leben zurückwirft, ist alles erlaubt.

Björn Holste
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Der ungewisse Sex


Ist der Sex immer unsere Gewissheit für ein Mehr? Wann sind wir in der Situation, dass wir nicht wissen ob es richtig war mit dem Partner zu schlafen? Woher kommen die zwiespältigen Gefühlen nach dem Schuss? Wir kennen uns ein paar Tage.

Die Singleregel mit dem dritten Date hat gegriffen. Beim ersten Date küssen wir nicht, beim zweiten Date ist es erlaubt. Wir sitzen beide bei einem schönen Glas Wein und guter Musik auf dem Sofa. Mit jedem Lachen, riechen wir das unheimlich gute Parfüm. Es macht uns an und lässt uns immer heißer werden. In den Situationen, wo wir denken „Sollen wir Ihn nun küssen“ ergreifen wir die Chance. Wir legen unsere Finger langsam auf seinen warmen Lippen. Sein lachen verstummt – unsere Augen schließen sich und unsere Lippen treffen aufeinander. Wir spüren mit jeder Bewegung mehr und mehr ein Kribbeln in uns. Unsere Zungen treffen sich, kreisen umeinander und unser Kopf neigt sich willig auf die rechte Seite. Mit jedem Zungenschlag werden wir heißer und geiler – doch wir wissen es auch uns aufzuheben, nicht alles preiszugeben und uns als Freiwild hinzugeben, obwohl wir williger den je sind. Unsere bebenden Körper spüren die Lust und das Verlangen des Anderen. Die Zeit schreite voran. Mit jeder Minute steigt unsere Lust aufeinander. Wir streifen unsere Shirts ab, lecken und ertasten unsere Körper sanft mit unseren Zungen. Die letzen Hüllen fallen und wir steigen in die Sünde und Lust des Abends.

Das was wir uns vorgenommen haben verschwand geschwind im Papierkorb - sämtliche Vorsätze versteckt und Geilheit nahm Einzug. Eine Stunde voller Liebe, Wärme, harter Lust und geiler Abgänge. Wir spürten uns so nah und tief wie nie wieder. Die Geilheit des ersten Sexes, die Lust der Ungewissheit und der Saft des Höhepunktes schlossen das geile Erlebnis ab. Befriedigt von der Lust, nimmt eine andere Stimmung Einzug auf dem Sofa. Das letzte Scheit brennt im Kamin. Neben der Sehnsucht der Nähe, dem Bedürfnis des Kuschelns, schleichen sich langsam Fragen ein. „War es richtig, so schnell mit einander zu schlafen? War es für den Partner genauso schön?“ Können wir all diese Fragen beantworten oder gehören sie einfach wie der Orgasmus zum Akt der Begierde? Die Uhr schlägt zwölf, wir müssen uns trennen. Jeder von uns muss am nächsten morgen raus. Nach einem langen und intensiven Kuss verabschieden wir uns mit den Worten „Wir telefonieren morgen“.

Wir wissen es, doch warum haben wir diese zwiespältigen Gefühle? Alles ist plötzlich anders. Wir fühlen jedoch nur anders. Wir interpretieren nun Gesten, SMS und Wortwahlen anders als vorher. Warum nur? Nur mit dem Hintergrund mit einander gefickt zu haben? Stehen wir schon unbewusst in der Situation, eine Erwartung an den Anderen zu haben? Sind wir es vielleicht auch, die sich anders verhalten haben, nachdem wir das bekommen hatten, auf das wir Lust hatten. Vermitteln wir vielleicht das Gefühl des coolen Machos oder der unerreichbaren Venus? Stellen wir doch einfach keine hohen Erwartungen an den Typen oder die Frau mit denen wir das austauschten was wir beide wollten. Lassen wir es einfach auf uns zukommen, ohne nach einem sexuellen Verbündnis gleich Rahmenbedingungen für ein Mehr zu schaffen und genießen einfach das was es war, schöner und intensiver, geiler Sex.

12.11.2008
Björn Holste
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Ist Sex gleich Freundschaft?

Sind wir befreundet wenn wir Sex miteinander haben? Ficken wir mit Bekannten und haben Freundschaft mit Freunden? Wo hört Bekanntschaft auf und  fängt Freundschaft an?

Wie definiert sich Freundschaft, eine offen lebende, platonische Beziehung zu eng Verbündeten, die alles zulässt außer Sex? Ist die Freundschaft zum Scheitern verurteilt, sobald wir miteinander in die Kiste springen oder ist es eher die Definition des Sexes. Was ist Er, wo fängt Er an und  wann Er vorbei ist wissen wir alle.

Wochen und Monate kennen wir uns, erzählen uns die intimsten Dinge unseres Lebens, fast beziehungsartig sind unsere Seelen miteinander verbunden. Die Situation war noch komischer als das Ergebnis - der Sex. Nicht, dass der komisch war, ganz im Gegenteil. Heiß, tief spürbar, innig und intensiv. Doch warum ist nach dem Sex alles anders? Haben wir uns vielleicht ins Geheim immer Sex mit unserem Freund gewünscht. Konnten wir einfach nicht mehr länger nebeneinander her leben, alles vom Anderen zu wissen aber nicht zu wissen wie er im Bett ist und welche Note er bekommt. Gut, dass er gut war – man könnten nun noch meinen, wäre das Ergebnis schlecht gewesen, so ist die Freundschaft schlecht. Soweit sollte sich niemand aus dem Fenster lehnen. Grundsätzlich war es ja die Freundschaft, die uns zusammen brachte.  Der sekundäre gute oder weniger gute Sex, spielt nun eine Rolle in dieser Verbundenheit, allerdings keine ernste – oder doch?

Kann ich mir vorstellen, nach dem ich mit einem Freund, befreundet war und Sex hatte, eine Beziehung mit ihm zu führen? Oft sind es die intimsten Gedanken und Geständnisse, die diese anfänglich im super Licht stehende Beziehung umbringt. Kein Raum mehr für Erkundung, keine Geheimnisse des Anderen mehr zu entdecken, dass kann die Beziehung schon im Keim ersticken.

Schauen wir uns einmal die „Kurzgeschichten“ des Lebens an: Haben wir mit jemandem, den wir gerade 4 Stunden unseres Lebens kennen, nach dem Fick eine Freundschaft? Sind wir es ihm schuldig, von „one night stand“ auf „long life friendship“ umzuschwenken, nur weil wir gerade diverse Mengen von Körperflüssigkeiten ausgetauscht haben?  Es ist jedem selbst überlassen, Gedanken zu Freundschaft oder verflossenen Bettgeschichten zu entwickeln. Können wir nicht frei ohne Hintergedanken, den Typen in die Schublade XY legen, ohne Angst zu haben, dass wir am kommenden Freitag mit ihm Eis essen gehen müssen?

Vielleicht ist es auch einfacher, nicht mit dem Typen reden zu können, sondern als gemeinsames  Stichwort „wir gehen Essen“ zu haben und uns dann einfach zum Austausch jeglicher Flüssigkeiten, Geilheit und Gefühle, abends nach der Arbeit zu treffen.  Reden können wir nicht miteinander aber vögeln. Auch diese Art der Bekanntschaft hat Vorteile. Auch wenn es die, des regelmäßigen Ausgleichs des Hormonhaushaltest sind.  Wenn es beide wissen und sich einig sind, spricht nichts dagegen. So weiß man, was man hat – richtig guten, bekannten Sex ohne Freundschaft.

Björn Holste

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Advent, Advent ein Single brennt – die Tage als Single

Wie verbringen wir als Single die Tage und Wochen vor Weihnachten? Still und besinnlich im Kreis der Familie und Freunden oder doch so wie den Rest des Jahre mit Party und exorbitantem Konsum? Beschenken wir uns selber, weil wir nicht den haben, der uns beschenkt oder den wir beschenken können?
           
Alles ist weihnachtlich bunt und in schönen Farben geschmückt. Manche von uns setzen auf die Trendfarbe Lila, andere auf die klassische Variante Rot und Gold. Es duftet in den Bäckereien der Stadt nach Plätzchen und Stollen. Fröhliche und neuzeitliche Weihnachtsmusik erklingt aus den Lautsprechern der Kaufhäuser, die uns wieder einmal animieren mehr und mehr Geld unseres Gehaltes in kostspielige Weihnachtsgeschenke für unsere Liebsten umzusetzen.

Wir tingeln langsam und ruhig, ohne den Druck der Familie durch die Geschäfte und lassen uns von den neuen Trendgeschenken 2008 inspirieren. Was schenken wir uns nur? Suchen wir uns selbst etwas schönes aus, beschenken uns und gönnen uns etwas, da wir das vergangenen Jahr einmal wieder gut über die Bühne gebracht haben, keinen Partner geangelt - aber vielen das Herz gebrochen hatten?

Abends befinden wir uns auf den letzen Partys des Jahres. Dem Nikolaus-Event, den Treffen auf den Weihnachtsmärkten mit unseren Freunden oder auf den vielen Weihnachtsfeiern und gesellschaftlichen Anlässen der Stadt. Vielleicht doch mit der Hoffnung den Stern der Nacht zur Weihnacht zu finden.

In hübsch dekorierten Wohnungen und Häusern leben wir - die Singles, dessen Herzen bereit für ein „Mehr“ sind. Für das Herz und die Hand des Partners, mit dem wir unter dem Weihnachtsbaum liegen, „Last Christmas“ hören und selbstgebackene Plätzchen essen. Dem Partner, dem wir auch das Trendgeschenk kaufen würden oder ihm einfach nur ein Stück von uns schenken.

Vorbeilaufend an den Eisbahnen der Stadt, den Punschständen und den „Ho Ho Ho“ rufenden Weihnachtsmännern, lässt uns unser Herz gleichermaßen lachen und weinen. Vielleicht finden wir dieses Jahr unter dem „Freundesweihnachtsbaum“ – das ist der Baum, unter dem die Geschenke der Freunde liegen – ein kleines Päckchen mit unserem Namen drauf. In ihm liegt ein kleiner Zettel mit einem Gutschein. „Glück und Zufriedenheit & ein Partner für 2009“. Brauchen wir denn einen Partner um glücklich über die Feiertage oder durch das nächste Jahr zu kommen?

Bestimmt rutschen wir auch so gut ins neue Single Jahr 2009, doch wäre es nicht auch schön - am Ende eines Jahres - unserer Traumprinzessin oder unserem Prinzen ein Geschenk zu überreichen und mit funkelnden Augen zu sagen „Frohe Weihnachten mein Schatz, ich liebe Dich“.

30.11.2008

Björn Holste , Kaisheim
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Der Blick in die Ferne - das Herz reist

Können wir eine Beziehung mit einem Band vergleichen? Einem Bündnis zwischen zwei Menschen, gehalten durch das Beziehungsband? Wie weit können wir unser Beziehungsband dehnen? Sind es nicht die Beziehungen, die beieinander leben und eher mit einem festen Tau oder Strick verbunden sind
und die Fernbeziehungen, die am seidenen Faden hängen oder mit einem endlos langen Gummiband verbunden sind?
Es sind nicht die Kurzstrecken, Brauchschweig- Hannover, die das Herz auf Reisen schicken. Es sind die Strecken, bei denen wir uns nicht einfach mal ins Auto setzen können und eben für einen Kuss oder eine heiße Nacht vorbei fahren können. Es sind die Beziehungen, die wir planen müssen. Die im Terminkalender feste Plätze haben. Bei denen wir uns Tickets buchen müssen oder Urlaub verplanen dürfen. Die Beziehungen, die das Herz höher schlagen lassen, wenn wir unseren Partner abends im Schneesturm zur Weihnachtszeit am Bahnhof abholen und uns über ein paar Tage oder auch nur ein Wochenende zu zweit freuen. Weihnachtsmärkte besuchen, gemeinsam Geschenke einkaufen und uns in die Augen blicken und wissen bald müssen wir wieder Abschied nehmen und „lebe wohl“ sagen.
Es sind aber auch die Beziehungen, die uns den Alltag vergessen lassen uns ein Stück Urlaub in den tristen Alltag bringen und uns auf ein bald kommendes gemeinsames Leben freuen lassen.
Das Wochenende kommt. Freitag ist Urlaub und unser Zug fährt um 18.38 Uhr von Bahnsteig 3 am Hauptbahnhof. Wir packen schnell noch die restlichen Sachen auf unserem Schreibtisch zusammen, vergessen so langsam den Stress der Woche und freuen uns auf ein schönes langes Wochenende mit unserem Partner im fernen Nirgendwo. Am Bahnhof angekommen, steigen wir mit pochendem Herzen in den Zug in Richtung Liebe. Es ist schon wieder drei Wochen her, das wir uns das letzte mal sehen konnten. Wenn es nicht die Zeit ist, dann ist es doch auch der finanzielle Aspekt der uns manchmal Kopfzerbrechen bereitet. Alle zwei Wochen ein Ticket für 150 Euro ist es uns aber Wert. Der Liebe darf das nicht im Weg stehen.
Der Zug fährt Kilometer für Kilometer in die richtige Richtung, dorthin wo uns unser Herz hinführt. Dorthin, wo unser Gegenstück wartet. Unsere große Liebe.
Nach vier Stunden Fahrt, sehen wir bereits einen großen Rosenstrauß am Bahnsteig stehen. Unser Herz pocht und die Freude ist fast unerträglich. Stundenlange Telefonate und Messenger Gespräche übers Internet sind eben doch nicht das Selbe wie den Anderen in den Armen zu halten und im zu sagen „Ich liebe Dich und habe Dich so sehr vermisst“.
Der Zug rollt langsam Richtung Rosenstrauß und bremst. Wir stehen an der Tür und können es kaum erwarten, dass sich das Tor öffnet. Die Tür geht auf, wir schnappen unseren Weekender und fallen uns um den Hals. Endlich wieder zusammen. Keine einsamen Abende mehr, keine Tiefkühlpizza oder schnulzigen Filme allein auf dem Sofa - sondern das Leben zu zweit genießen – in vollen Zügen. Auch wenn es nur für ein paar Stunden und Tage ist. Wir frischen unsere Kräfte auf und tanken neue Energie für die kommenden Wochen und Tage bis zum nächsten Wiedersehen.
Händchenhaltend, kuscheln und liebend genießen wir die kommenden Tage bis wir wieder „Ade, lebe wohl und ich liebe Dich“ sagen müssen. Bis uns der Alltag wieder einholt und die schreckliche Entfernung wieder zwischen uns steht. In diesen Zeiten zehren wir von einem T-Shirt, was wir insgeheim aus der Tasche gezogen hatten um nicht ganz ohne den Anderen einzuschlafen und selig träumen zu können. Sowie von den stundenlangen Telefonaten und den vielen SMS, die uns den Tag versüßen. Bis zu dem Zeitpunkt wo wir wieder ein Ticket buchen können, der Zug in unsere Richtung fährt und wir den Menschen in die Arme schließen können, den wir lieben und der uns so nah und doch so fern ist.
Wir blicken in die Ferne, blicken in die Zukunft und lächeln dem beherzt zu, da wir wissen irgendwann muss unser Herz nicht mehr auf Reisen gehen. Wir können das gedehnte Gummiband gegen einen Strick eintauschen. Irgendwann können wir den Bahnschaltern und Schaffner „lebe wohl“ sagen und unserem Partner „Herzlich willkommen zu Hause Schatz“ ohne das wir nach drei Tagen wieder Abschied voneinander nehmen müssen.

Björn Holste , Kaisheim
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Eine Nummer ohne Gefühle

Warum ist der Sex trotz vorhandener Gefühle oft so gefühllos? Warum fühlen wir uns zwar befriedigt aber doch benutzt? Sind wir nur eine weitere Nummer im schwarzen Büchlein oder die Nummer, die auf Platz eins der Telefonliste für scharfe Betthäschen rückt? Ist es die Nummer die gewählt wird, wenn der Verstand aussetzt und die Hormone Macht über den Mann ergreifen?
Das Telefon klingelt. Eine fast fremde Stimme am anderen Ende aus dem scheinbaren Nirgendwo. „Wie geht es Dir? Hast Du am Freitagabend Zeit?“ Nach einem kurzen Smalltalk ist die Sache geritzt. Wir kannten uns doch! Seine Telefonnummer haben wir zwar nicht mehr, aber er scheint unsere aufgehoben zu haben. Warum? Fand er uns doch nett und will uns wieder treffen? Hatte  er vielleicht den Zettel mit unserer Nummer dreimal mit gewaschen in der blue Jenas, die er am Abend anhatte als wir ihn trafen und unheimlich geil fanden. Nach einer heißen und aufregenden Nacht verließ er am Morgen fluchtartig unsere Wohnung. Warum, wissen wir bis heute nicht. Monate sind vergangen und plötzlich dieser Anruf…
Wir treffen uns zum Essen, erzählen uns von den vergangenen Monaten und landen am späten Abend wieder in der Kiste. Nachdem wir als Single mehr oder weniger unregelmäßigen bis gar keinen Sex haben, war das wieder das Highlight der hormonellen Ekstase der vergangenen Monate. Wir fühlten uns, nah beieinander, in uns, geil wie damals und inniger als zuvor. Ist es mehr als vorher? Nach dem Sch(l)uss, dauerte es nicht lange bis er von der innigen Zweisamkeit und dem aufgebauten Vertrauen zur politischen Tagesordnung überging und den vor Tagen stattgefundenen Smalltalk weiterführte. Wie gern würden wir nun noch kuschelnd und gefühlsduselnd in seinen Armen liegen und einschlafen. Sein Blick schweift nachdem er das Thema Politik für sich abgeschlossen hat zur Uhr. „Ich muss früh aufstehen. Ich muss Dich leider verlassen“.  Verlassen ist das Stichwort. Wie von einer Tarantel gestochen springt er auf. Wäscht sich überraschender Weise noch die Hände, streift seine gutsitzende Jeans über seinen Knackarsch und  gibt uns einen flüchtigen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut Babe. Wir hören voneinander“.
Wir bleiben zurück. Befriedigt und schmutzig. War das eine Nummer oder sind wir die Nummer? Fühlen wir uns wie in einer „1,2,3 meins Auktion“ oder wie ein „Sofortkauf“  auf ebay? Wie das benutzte Kondom bleiben wir zurück in unserem noch halbwarmen Bett und schwelgen in Gedanken über ihn. Der Abgang hat natürlich sofort alle Traumblasen, die wir uns Stunden zuvor in unsere Naivität  aufbauten, zerplatzen lassen.
So langsam, nachdem wir uns alle möglichen Szenearien ein- und ausredeten, wird uns klar das wir die Nummer sind. Die Nummer in seinem Handy. Wahrscheinlich nicht einmal mit unserem Namen abgespeichert. Als „Bunny, Hoppel oder Scharfe Maus“ - als Eine von Vielen. Die letzen Blasen zerplatzen schneller als er seinen Orgasmus hatte – aber den letzten mit uns. Gut, dass wir seine Nummer nicht haben, somit sparen wir uns die Zeit zum Löschen und können uns mit unserer Einsamkeit und unserem Ekel ihm gegenüber befassen.
Besser diese Nummer als keine Nummer. Doch müssen wir uns das antun? Wie ein benutzter Waschlappen zurückbleiben ohne die Chance aufgehängt zu werden? Nur wieder in Benutzung zu geraten, wenn seine Hormone Macht über seinen Mr. Long Long ergreifen? Nein, dazu sind wir uns eindeutig zu schade. Dann lieber keine Nummer - als eine Nummer ohne Gefühle.

Björn Holste
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Sex um jeden Preis – der Notstand bricht aus

Machen sie vor nichts halt?
Müssen sie alles treffen, wenn der Hormonspiegel an der obersten Kante liegt? Müssen wir Sex um jeden Preis haben und vor nichts zurückschrecken? Wo hört Anstand und Geilheit auf und fängt Krankheit an?

Sie Daten was das Zeug hält. Kaum eine Chance wird verpasst. Egal ob in Bars Diskotheken oder in den zahlreichen Singleforen und Börsen. Jede Nummer wird abgegriffen, jedes Häschen flachgelegt und einzig allein die Geilheit und die Befriedigung zählen. Gibt es kein Stopp und keinen Anstand? Kann alles genommen werden, was nicht bei drei auf dem nächsten Baum ist? Oder ist es ein krankhaftes Sammeln von imaginären Trophäen in der Sammlung des ewig geilen Individuums?

Das letzte Mal ist lange her. Wir trennten uns aus verschieden Gründen. Er hat es nicht verstanden. Auf keine unserer Mails oder SMS hat er mehr geantwortet. Funkstille. Wir sind zwar immer bedacht, unsere Trennungen und Ex-Beziehungen im Guten auseinander gehen zu lassen, doch bei Ihm war es uns nicht möglich. Funkstille seinerseits. Auf sämtliche Versuche antwortet er mit Stillschweigen und lies uns in seinem gekränkten Dasein links liegen.

Nachts, lauschige Lounge Musik erklingt aus unserem Lautsprecher im Wohnzimmer, signalisiert uns ein Geräusch „Sie haben Post“. Er – der, der sich nicht meldete, für den wir gestorben waren, denn Toten kann man nicht schreiben. Eine Entschuldigung? Ein Versuch, doch eine Ex-Beziehung zu einer aktuellen Freundschaft zu wandeln und vielleicht mal Essen zu gehen? Wir öffnen die E-Mail. Einmal lesen – ein zweites Mal lesen – das gibt es doch nicht! Sprachlos schauen wir die Mail und den Absender an. Der Inhalt lässt uns fast den Atem stocken. „Hallo, hast Du Lust heute Abend auf ein geiles Sexdate?“

Machen Sie vor nichts halt wenn es ums Ficken und den Orgasmus geht? Ist es Ihnen egal, die zu ficken, die sie für tot erklärt hatten und die es nicht wert waren auf eine E-Mail oder eine SMS zu antworten? Nehmen sie alles was Ihnen in den Sinn kommt oder greifen Sie nach den Letzten Strohhalmen, die Sie finden können, wenn sie nirgends woanders einen Schuss landen können?

Wie können sie davon ausgehen, dass wir mitten in der Nacht zu jemandem fahren, dessen Schwanz zwar die optimale Größe hatte und uns stets die Mega- Orgasmen bescherte, dessen Inhaber uns allerdings nicht mehr mit dem Arsch anschaut? Ist es die Vergesslichkeit, wie wir uns trennten oder eher die überschüssigen Hormone und das Blut, was aus dem Kopf in den Unterleib sackte, als sie uns diese E-Mail schrieben?

Können wir da von gesundem Menschenverhalten sprechen oder ist es nur eine krankhafte bemitleidenswerte Kreatur, die den Text dieser E-Mail verfasste? Wer schrieb uns da? Der Mensch mit dem wir eine Beziehung führten oder dessen Geschlechtsorgan, was zum Zeitpunkt des Verfassens der Nachricht schon vor Geilheit pochte?

Was antworten wir auf solch eine krankhaft unverschämte Nachricht? Gleiches mit Gleichem vergelten - wir drückten den „Entf“ Knopf unseres Laptops und widmen uns der guten Musik und dem exzellenten Wein an einem weiterhin schönen Abend allein.

Björn Holste
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Eine Affäre – die mobile Nummernbeziehung

Können wir Affären mit mobilen Beziehungen vergleichen? Sind wir der Aufhänger und die Ausrede für das Wegbleiben von zu Hause eines Fremdgängers oder nur ein billiger Zeitvertreib für die, die weit weg von zu Hause sind und die einsamen Abende nicht einsam verbringen möchten?
Wenn wir eine Auszeit von unserer stationären Beziehung benötigen laufen wir einfach in den Affärenhafen ein und genießen ein wenig die prickelnden Stunden zu zweit. Er arbeitet in Nürnberg, seine Familie wohnt in München und wir wohnen mittendrinn. Wir sind zwar kein Teil der Familie aber ein Teil der Beziehungsgeschichte. Die Affäre - eine billige Lösung, das Geld dauerhaft für bezahlte Liebe zu sparen, sich aber nicht fest zu binden? Oder ist die Affäre eher eine versteckte Dreiecksbeziehung, ein sogenannter nicht gelebter Dreier, wo wir die anderen Teilnehmer nur nicht kennen? Können wir davon ausgehen, dass die Geschenke oder Vergünstigungen bei diversen Einkäufen in Elektrofachmärkten, mit dessen Geschäftsführern wir schlafen oder Essen gehen, eher als „Schweigegeld“ dienen als eine liebgewollte Liebeserklärung?
Wir werden angerufen wenn die Woche beginnt und geraten in Vergessenheit wenn sie endet. Im Urlaub existieren wir gar nicht und finden uns lediglich in irgendwelchen Restaurants wieder, dessen Kritiken im Gourmetführer mit einer „Mülltonne“ gekennzeichnet sind. Es existieren keine Fotos oder Aufzeichnungen über unsere Treffen. Ein Hinweis auf unsere Existenz existiert lediglich über die plötzlich erhöhte Kreditkartenabrechnung, die mit der Ausrede von häufigeren Geschäftsessen erklärt wird. Unsere Telefonnummer finden wir mit leicht verändertem Namen in seinem Handy oder Notizbuch. Im Kalender, wo das nächste Treffen steht, erhalten wir ein Kürzel und beim Verlassen des Wagens wird peinlich genau darauf geachtet, dass wir unseren Seidenschal nicht liegenlassen. Wer weiß, morgen könnte ihn eine Andere entdecken.
Im Prinzip ist es fast wie eine geschäftliche Beziehung. Er zahlt, wir geben unsere kostbare Zeit, mit dem Wissen, nie mehr Gefühle zu erhalten, als der Kreditkartenbeleg beim unterschreiben im Restaurant. Keine gemeinsamen Erinnerungen, keine Freunde, schlechtes Essen und ein übler Nachgeschmack bleiben als Stück des gemeinsamen oder eher einsamen Lebensweges.
Unsere Affäre könnten genauso eine Nummer in seinem schwarzen Buch bekommen - wie der Blumenservice - da wir sowieso beim nächsten Geschäftlichen Umzug in eine weitere Stadt aus seinem Handy fliegen und nie wieder etwas hören von unserem feinen Gönner außer ein „Lebe wohl, es war schön mit Dir“.
Sollten wir uns in dieser Situation nicht ernsthaft fragen, ob es uns die Tage oder Wochen wert sind, unpersönlich und benutzt ein Teil einer Nummernbeziehung zu sein? Oder gar diejenige Person zu sein, dessen Existenz noch nicht einmal als Name im Adressbuch des anderen verzeichnet ist? Ausschließlich eine Nummer im Handy oder Büchlein, dessen Zahlenkombination gerade passt, so wie die Lottozahlen am vergangenen Samstag.
08.01.2009
Björn Holste
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Macht Liebe blind?

Können wir noch rationell denken, wenn wir lieben oder sind wir irrationell denkende Puppen mit rosaroten Brillen, geführt von Gefühlen? Setzt der Verstand wirklich aus, wenn die Liebe beginnt? Bis wohin glauben wir alles, wenn wir scheinbar von der Liebe unseres Partners geblendet sind?

Die „rosarote Brille“ – jeder kennt sie und jedem wurde sie schon anerkannt, wenn wir von unseren Freunden hörten „Man bist Du blind!“. Können wir wirklich nicht mehr unterscheiden wenn wir verliebt sind? Kann denn unser Partner alles mit uns machen oder uns alles vormachen?
Wir lernen einen süßen, hübschen Menschen kennen. Angetan von seinen Gepflogenheiten, seiner Gestik und dem unwahrscheinlich gutem Aussehen. Eine Traumfrau – ein Traummann. Das Bilderbuch hat uns den Prinzen oder die Prinzessin beschert. Bleiben wir in unserem Dornröschenschlaf oder werden wir feucht von der Kröte wachgeküsst wenn uns die Brille von der Nase fällt und wir direkt mit der Nase auf das Übel gedrückt werden?
Wie oft lassen wir uns von Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeit eines potenziellen Partners täuschen. Wir verbringen einen traumhaften Sommer, fahren gemeinsam übers Wochenende nach Paris in die Stadt der Liebenden. Gehen chic Essen, haben gigantisch geilen Sex und wünschen uns im nächsten Moment, unter den Kirchglocken im langen weißen Kleid zu stehen. Wo bleibt der fade Beigeschmack? Wo ist der Haken an der Sache? Sind es die Telefonanrufe, wenn er rausgeht um nicht gehört zu werden? Die Wöchentlichen Treffen mit den Skatfreunden oder das Skiwochenende zu Zeiten, wo eigentlich schon die Tulpen blühen und andere schon die Bademode besprechen? Warum denken wir in einer Beziehung über solche Geschehnisse nicht nach? Reden wir uns die Situationen und Zweifel weg oder haben wir einfach nur Angst vor der Wahrheit und leben somit lieber mit der Lüge und Ungewissheit weiter dahin.
Aus ganz anderen Gründen scheitert unsere Beziehung. Plötzlich war es aus meteorologischen Gründen nicht mehr das Skifahren sondern der noch nie dagewesene Tauchurlaub mit Freunden, der uns allein Daheim sitzen ließ. Nach dem Urlaub war alles anders – ein neuer Mensch kam zurück. Kein abendliches Kuscheln mehr, kein gemeinsames Frühstücken, stattdessen Sportwahn, neue Outfits und Theaterbesuche – aber nicht mit uns. Was kann so ein Tauchgang nur bewirken? Hat das Hirn unseres Partners unter Wasser an mangelnder Sauerstoffzufuhr gelitten?
Plötzlich ist Schluss – von heut auf morgen. Eine wirkliche Begründung gibt es nicht. Fadenscheinige Ausreden drücken uns den Stempel „Dummchen“ auf die Stirn. Wir leiden und fragen immer wieder nach. „Es liegt nicht an Dir. Du hast nichts falsch gemacht. Ich bin es, der nicht zu Dir passt“, hören wir immer und immer wieder, wenn wir nach einer Antwort suchen.
Vielleicht haben wir die Veränderung unseres Partners nicht mitbekommen? Stimmte die Stärke unserer „rosaroten Brille“, die wir seit Monaten tragen? Konnten wir so blind sein um die Zeichen nicht vorher zu sehen? Skifahren im Sommer, Skat, obwohl er noch nicht einmal Mau Mau spielen kann! Wie blöd waren wir eigentlich? Die Telefonanrufe und die vielen SMS - aber wir fanden es normal. Wir sind der „Blindfisch“, der nicht mit tauchen war. Der nun aber allein daheim im eigenen Tümpel der Fragen schwimmt. Alle sagten uns von Anfang an, dass etwas nicht stimmen kann aber wir hörten nichts außer „Schatz ich liebe Dich über alles“. Vielleicht hätten wir lieber uns ab und zu Brillenputztücher, anstatt ihm rote Rosen kaufen sollen.
Irrationelles denken muss nicht unbedingt die Wahrheit ausschließen. Von Anfang an zu fragen, ist vielleicht besser als hinterher wie ein Fragezeichen dazusitzen, die Wand anzustarren und nach Antworten zu suchen. Auch wenn klare Worte und Antworten oft bitter schmecken, können sie uns die süße des Lebens wieder bringen - oder die Augen öffnen.

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Ab wann können wir von einem Titel „Schlampe“ sprechen? Sind wir als Männer weniger Schlampen wenn wir mehr Trophäen mit nach Hause bringen als Frauen die schon mit 20 gewechselten Geschlechtspartnern den Stempel „Stadtschlampe“ auf die Stirn gedrückt bekommen?
Manche sind 20 und hatten bereits 20 Männer, andere hatten mit 50 Jahren erst 5. Können wir unseren sexuelle Aktivität in Kategorien einteilen? Die Keusche mit 1, die Normale mit 5 und die Schlampe mit 20. Ist es nicht mehr die Betrachtung des Einzelnen, die die Messlatte oder die Grenze zur Schlampe setzt? Heißt sich aufheben, auf den Richtigen warten, dass man keusch oder prüde ist?
Ein Mann wird mit steigende Anzahl und Fülligkeit seines „schwarzen Buches“ zum absoluten Hengst, wobei die Frau mehr und mehr zum Lustluder und Flittchen wird. Ist es nicht das älteste Gewerbe der Welt.
Sogar im alten Testament wird bereits über die Prostitution berichtet. Prostitution zieht sich in der Geschichte der Menschheit durch das Mittelalter, die Renaissance über die Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert. Wenn wir noch ein Schritt zurückgehen, blicken wir sogar in die Antike in denen die Tempelprostituierten sexuelle Handlungen gegen Geschenke für Ihre Götter vollzogen. Sogar die Feldzüge von Alexander dem Großen wurden von Prostituierten begleitet.
Das wir uns aber nun nicht auf die Frauen als Huren versteifen, gibt es genauso Überlieferungen von männlichen Prostituierten die beiden Geschlechtern zugetan waren und sexuelle Handlungen in gleichen Maßen ausübten.
Verschließen wir nicht die Augen und sehen auch die Männer die eine Nummer nach der anderen abschleppen als männliche Schlampen. Nur diese brüsten sich untereinander damit und sind die Hengste schlechthin. Der Erfahrungsmogul, der den Schuss aus der Hüfte abschießt bevor er richtig gelandet ist.
Was gibt uns also somit das Recht jemanden als Schlampe, egal ob männlich oder weiblich zu bezeichnen, wenn der Akt ohne finanziellen Hintergrund vollzogen wird? Ist es vielleicht eher der Neid an der offenen Sexualität des anderen oder das eigenen „Norm-Denken“, was Vorurteile bringt?
Gibt es ein Recht der Klassifizierung zwischen männlicher und weiblicher Schlampe? Lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster wenn wir nur aus unserer eigenen Beschränktheit und unserem Tunnelblick jemanden verurteilen, der schon mit mehr Typen oder Frauen geschlafen hat als wir selber?
„Jedem das Seine“ - jeder soviel und sooft er mag. Macht es einen Menschen denn schlechter, wenn er häufiger fickt als wir selber? Müssen wir unserem Partner denn immer und immer wieder fragen „Und Schatz, wie war der oder die denn gewesen?“
Wie schnell können wir selbst in die Situation kommen eine Schlampe oder ein Fickbrett zu sein? Kaum haben wir mit 30% mehr Männern als unsere Freundin geschlafen, sind wir die Hure obwohl es gerade mal insgesamt zehn gewesen sind. Aber wir können doch nichts dafür, dass sie erst 7 hatte.
Doch sind wir daran schuld, dass sie nicht wissen was sie wollen oder die Kunst des Entdeckens und der Erfahrung sammeln noch nicht für sich entdeckt haben. Lass sie selbst auf den Geschmack kommen und stelle sie dann vor ihren eigenen Spiegel.
Wie schnell sind sie nach der 3. Beziehung und den 5. one night stand innerhalb eines Jahres die nächste Trophäe der Stadt – die nächste männliche oder weibliche Schlampe. Aber es sind die, die Erfahrungen sammeln und wissen, dass sie nur das nehmen, was das Beste für sie ist.

Björn Holste
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Die Liste – unser Beziehungskonto an der Börse

Können wir bei den „Für und Wieder“ einer Beziehung, dem Abwägen der guten und schlechten Seiten von einem Beziehungskonto sprechen? Vergeben wir Guthaben für Blumen oder Einladungen und Soll-Buchungen, wenn wir beim Schuhe kaufen doof von der Seite angemacht werden?
Stellen wir vielleicht insgeheim eine Liste, eine Art Konto in unserer Partnerschaft auf, die wir innerhalb der Beziehung verbuchen und ziehen am Ende des Jahres eine Bilanz? Vielleicht können wir die wirkliche Beziehung auch mit einem Börsenunternehmen vergleichen, wessen Aktien mal steigen und mal fallen. In der schlechten Wirtschaftlage fallen unsere Aktien, wir müssen umstrukturieren und uns neue Pläne überlegen, wie wir das Geschäft noch absegnen können. Unser Geschäft ist die Harmonie. Die Liebe und die Verbindung zu unserem Partner.
Wir arbeiten stets hart an unsere Beziehung - unserer Partnerschaft. Lassen uns so manches gefallen und sehen mit Liebe und Großzügigkeit über die kleinen und großes Macken unseres Partners hinweg. Letzten Endes hat es unterm Strich immer gepasst. Die Rechnung ging auf. Das hört sich zwar ein wenig buchhalterisch an, doch fassen wir uns einmal ans Herz – so ist es eben. Es gibt Tage da lieben wir sie und andere, da könnten wir kleine Morde begehen.
Womit können wir eigentlich sicher sein, dass wir Punkte sammeln? Fühlen wir uns gerade auf dem absoluten „Punktehoch“ so kaufen wir den falschen Joghurt oder das schlechte Bier und haben ratzfatz mal einhundert der Pluspunkte in den Wind geschossen. Frei nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ schreiben wir kleine Post its mit Nachrichten „Ich freue mich auf heute Abend, mein Sonnenschein“ oder „Du bist mein größter Schatz auf Erden“. Stetig aber sicher wiegen so die Pluspunkte die Minuspunkte auf und wir können sicher sein, am Ende des Beziehungsjahres mit einer guten Dividende rauszugehen.
Was ist wenn nun der Markt einreißt, wir als Aktie nicht mehr interessant erscheinen? Unser Wert verliert mehr und mehr an unserer Beziehungsbörse und rutscht geradewegs in Richtung Singlebörse. Schweren Herzens erleiden wir immer stärkere Kursverluste, egal wie wir auch versuchen noch zu punkten. Wir können das Ruder nicht mehr rumreißen. Was wir auch versuchen, wie wir auch baggern, die Punkte und Aktien eines anderen börsennotierten Singles stehen besser im Kurs.
Haben wir vielleicht im falschen Moment gekauft oder sind in diesen scheinbar guten Markt eingestiegen? War es doch wieder nicht die Aktie von der wir uns das gemeinsame Leben versprochen hatten? Schwermütig aber geschlagen begeben wir uns vom Markt der Beziehung in den riesigen Singlemarkt zurück und versuchen irgendwann den neuen Aufbau unserer Aktie – nur bei einem anderen Partnerunternehmen.
Die Singlekurse steigen wieder. Wenn wir an unserem eigenen kleinen Unternehmen arbeiten, können wir vielleicht auch bald wieder fusionieren und mit positiver Bilanz in die Augen unseres Partners blicken.

Björn Holste
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Zwischenbeziehungen und Teilzeitsingles

Was sind die flüchtigen Bekanntschaften zwischen den Beziehungen? Gibt es nur die einhundertprozentige Beziehung oder auch die fünfzigprozentige Zwischenbeziehung? Die Beziehungen, die zwischen den eigentlichen richtigen Beziehungen liegen? Sind das die Zwischenbeziehungen, in denen wir eigentlich Teilzeitsingles sind, weil wir nicht alles geben? Unsere Beziehung ist rum. Die Phase des Selbstmitleids und der Frustfressaktion haben wir gut überstanden. Unser Gewicht hat zwar ein klein wenig zugenommen, während unser Selbstbewusstsein ein wenig abgenommen hat. Nach eindeutiger Erkenntnis haben wir auch keinen langfristigen Schaden davon getragen. Auf zu neuen Ufern – die neugeborene Singlewelt gehört uns. Ein Shoppingbummel durch die Stadt und ein neues Parfüm lassen uns die zugelegten Pfunde schnell vergessen. Wir sind sexy er denn je. Hier ein Flirt, dort ein Blickkontakt mit der süßen Kellnerin, aus dem Kaffee, wo wir uns schon seit Jahren mit unseren Freunden treffen. Vorher fiel uns die tolle Frau gar nicht auf! Ist sie neu oder sind wir alt und haben sie vergessen? Erscheinen uns Dinge nach einer Beziehung anders als in einer Beziehung? Finden wir Leute, die wir vorher nicht interessant gefunden haben, in unserer neu gefundenen Jagdphase plötzlich interessant, weil wir doch an die alte Beziehung anknüpfen wollen? Wollen wir es einfach nicht wahr haben und allein dastehen? Nach einem Abend in der Disco ist es gefunden. Unser neues Opfer. Nicht das wir es so bezeichnen, ganz im Gegenteil. Wir sind ganz vernarrt in die langen lockigen Haare, die schönen Beine und das zauberhafte Lächeln. Wir tauschen Telefonnummern aus und verabreden uns zu einem ersten Date am nächsten Abend. Ein schöner Abend, all die bösen Erinnerungen unserer vorherigen Beziehung können wir mit jedem Bissen des exzellenten Essens runterschlucken. Wir „kauen“ uns förmlich den Kopf frei. Der erste gemeinsame Sex folgt. Hungrig wie wilde Tiere fallen wir übereinander her und lassen kein Fleckchen Körper des Anderen unberührt. Die pure Lust und Geilheit überströmt uns in der lauen Frühlingsnacht. Am nächsten Morgen wachen wir müde aber körperlich befriedigt auf. Alles scheint zu passen. Nur wir wissen, dass es nicht für immer so ist. Können wir Beziehungen spielen? Einfach so tun als ob alles toll ist und wir uns pudel wohl fühlen. Zu wissen, dass es nicht auf Ewig ist. Das sie oder er irgendwann nicht mehr wiederkommt, wenn die Tür ins Schloss gefallen ist. Genießen wir diese flüchtige, gar oberflächliche Beziehung nur um eine Beziehung zu haben oder vermittelt sie uns in manchen Situationen einfach das Gefühl einer richtigen Beziehung und der fehlenden Zweisamkeit? Warum haben wir kein Kribbeln im Bauch? Warum verspüren wir nicht den Drang, dem Anderen Rosen zu schenken und einen Kurzurlaub zu buchen. Mit Sicherheit nicht, weil unsere Urlaubskasse schon erschöpft ist und wir noch an der vorherigen Trennung zahlen. Nein, es sind einfach die Gefühle, die nicht stimmen. Die Gefühle, die uns kopflos handeln lassen. Die Verliebtheitsgefühle, die Macht über uns ergreifen, wenn der Verstand aussetzt und wir einfach genießen ohne zu denken. Wir achten in diesen fast gefühllosen Zwischenbeziehungen auch nicht so sehr auf unseren Weggefährten, wie in einer hundertprozentigen Beziehung. Wir machen unser Ding und stehen eigentlich auch nicht richtig zu dieser neuen Art des Teilzeitsingledaseins mit Beziehung. Eigentlich möchten wir Single sein und unsere Freiheit genießen, anderseits halten wir an unseren Gewohnheiten fest, die wir in unserer beendeten Beziehung aufgebaut haben und manche Dinge lassen sich halt nur gemeinsam umsetzten. Doch handeln wir demgegenüber gerecht, der uns sein Herz schenkt. Der, der vielleicht denkt er habe uns gefunden und wünscht sich mehr von uns. Er plant eine Zukunft und wir planen immer nur die Übernachtung und das Frühstück. Wie in einem Hotel bei einem Wochenendtrip. Wir können uns nicht festlegen, keine Theaterkarten buchen, für Stücke die erst in 6 Wochen laufen. Immer haben wir diesen faden Beigeschmack, den wir auch nicht mit ständigem Zähneputzen und Mundspülung entfernen können. Eigentlich befinden wir uns in einer Zwischenbeziehung, nicht als Partner sondern als Teilzeitsingle. Bis zu dem Moment, wo wir merken, dass wir nicht nur uns etwas vormachen, sondern auch unserem neuen Gefährten. Wir entscheiden uns für unsere Wahrheit. Wir gestehen uns ein, dass eine Zwischenbeziehung nicht das geben kann, was uns eine richtige Beziehung geben kann. Wir brechen wieder ein Herz und machen Schluss. Aber wir lassen dem richtigen Menschen für die Zukunft eine Chance und reservieren ihm ein Platz in unserem Herzen.

Björn Holste
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Ab wann können wir von einem Titel „Schlampe“ sprechen? Sind wir als Männer weniger Schlampen wenn wir mehr Trophäen mit nach Hause bringen, als Frauen die schon mit 20 gewechselten Geschlechtspartnern den Stempel „Stadtschlampe“ auf die Stirn gedrückt bekommen?
Manche sind 20 und hatten bereits 20 Männer, andere hatten mit 50 Jahren erst 5. Können wir unseren sexuelle Aktivität in Kategorien einteilen? Die Keusche mit 1, die Normale mit 5 und die Schlampe mit 20. Ist es nicht mehr die Betrachtung des Einzelnen, die die Messlatte oder die Grenze zur Schlampe setzt? Heißt sich aufheben, auf den Richtigen warten, dass man keusch oder prüde ist?
Ein Mann wird mit steigende Anzahl und Fülligkeit seines „schwarzen Buches“ zum absoluten Hengst, wobei die Frau mehr und mehr zum Lustluder und Flittchen wird. Ist es nicht das älteste Gewerbe der Welt.
Sogar im alten Testament wird bereits über die Prostitution berichtet. Prostitution zieht sich in der Geschichte der Menschheit durch das Mittelalter, die Renaissance über die Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert. Wenn wir noch ein Schritt zurückgehen, blicken wir sogar in die Antike in denen die Tempelprostituierten sexuelle Handlungen gegen Geschenke für Ihre Götter vollzogen. Sogar die Feldzüge von Alexander dem Großen wurden von Prostituierten begleitet.
Das wir uns aber nun nicht auf die Frauen als Huren versteifen, gibt es genauso Überlieferungen von männlichen Prostituierten die beiden Geschlechtern zugetan waren und sexuelle Handlungen in gleichen Maßen ausübten.
Verschließen wir nicht die Augen und sehen auch die Männer die eine Nummer nach der anderen abschleppen als männliche Schlampen. Nur diese brüsten sich untereinander damit und sind die Hengste schlechthin. Der Erfahrungsmogul, der den Schuss aus der Hüfte abschießt bevor er richtig gelandet ist.
Was gibt uns also somit das Recht jemanden als Schlampe, egal ob männlich oder weiblich zu bezeichnen, wenn der Akt ohne finanziellen Hintergrund vollzogen wird? Ist es vielleicht eher der Neid an der offenen Sexualität des anderen oder das eigenen „Norm-Denken“, was Vorurteile bringt?
Gibt es ein Recht der Klassifizierung zwischen männlicher und weiblicher Schlampe? Lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster wenn wir nur aus unserer eigenen Beschränktheit und unserem Tunnelblick jemanden verurteilen, der schon mit mehr Typen oder Frauen geschlafen hat als wir selber?
„Jedem das Seine“ - jeder soviel und sooft er mag. Macht es einen Menschen denn schlechter, wenn er häufiger fickt als wir selber? Müssen wir unserem Partner denn immer und immer wieder fragen „Und Schatz, wie war der oder die denn gewesen?“
Wie schnell können wir selbst in die Situation kommen, eine Schlampe oder ein Fickbrett zu sein? Kaum haben wir mit 30% mehr Männern als unsere Freundin geschlafen, sind wir die Hure obwohl es gerade mal insgesamt zehn gewesen sind. Aber wir können doch nichts dafür, dass sie erst 7 hatte.
Doch sind wir daran schuld, dass sie nicht wissen was sie wollen oder die Kunst des Entdeckens und der Erfahrung sammeln, noch nicht für sich entdeckt haben? Lasse sie selbst auf den Geschmack kommen und stelle sie dann vor ihren eigenen Spiegel.
Wie schnell sind sie nach der 3. Beziehung und den 5. one night stand innerhalb eines Jahres die nächste Trophäe der Stadt – die nächste männliche oder weibliche Schlampe. Aber es sind die, die Erfahrungen sammeln und wissen, dass sie nur das nehmen, was das Beste für sie ist.

Björn Holste , Kaisheim
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Sex mit klaren Regeln

Sind es die aufgestauten Hormonschübe, die uns den Partner vor dem Sex anders erscheinen lassen als danach? Sind wir bis zum Akt von dem Potenziellen hypnotisiert und in einen Bann genommen, der uns wahrlich raus gestoßen wird? Können wir nach dem Sex anders empfinden als Stunden davor? Welchen Stellenwert hat der Sex?
Wir flirten, telefonieren, treffen uns zum Essen und sind in einem Bann der Gefühle. Das Kribbeln in unserem Bauch wurde zu neuem Leben erweckt. Das Gefühl, was wir schon gar nicht mehr kannten. Wir dachten es wäre mit unserer letzen großen Liebe gestorben. Es ist da! Zu neuem Leben erweckt! Tiefsinnige Gespräche, lautes Lachen bis die Tränen fließen und flüchtige sanfte Berührungen füllen den Abend. Wir schweben geradezu im siebten Himmel – Wolke sieben ist unsere neue Hausnummer.
Dieser Sexappeal macht uns wahnsinnig, doch wir warten. Der erste Kuss hat uns noch nicht erreicht – er ist noch nicht unser. Der Sieg liegt zwar in der Zielgeraden, doch einige Hürden gilt es noch zu überwinden.
Am fünften Abend geschieht es. Wir bekommen endlich die längst ersehnte „Film-Kitsch“ Frage gestellt. „Möchtest Du noch kurz hochkommen?“. Wir dachten schon, wir müssen es selbst mit einem „vortäuschenden Toilettengang“ inszenieren, doch das blieb uns erspart. In der Wohnung - der Lusthöhle angekommen - hören wir den Absacker in der Küche knallen – der Prosecco fließt.
Bei lauschieger Musik, romantischer Stimmung und dem bereits vorgebeugtem Duschen vor dem Date, sind wir bereit für Mr. Hammer. Allein seine Mimik lässt uns wie flüssige Schokolade vom hellen Sofa schmelzen. Doch wir bleiben steif wie ein Eisklotz, der allerdings langsam zu tropfen beginnt und dahin schmilzt.
Da ist es. Das Lied, das Flackern der Kerzen, sein Arm um uns, seine Geruch in unserer Nase und seine Lippen auf unseren. Weich und sanft, bestimmend und fordernd zugleich küsst er uns. Unser Eis schmilzt immer schneller – wir sind sein. Alles ist perfekt – sinnlich und intim, hart und weich zugleich. Mit aufsteigender Wärme egal ob vom Ofen oder aus uns, entledigen wir uns nach und nach unser Kleidung. Wir knöpfen sein Hemd auf, spüren das zucken seiner Muskeln, seine starken Arme in denen wir uns wohl gebettet fühlen. Stunden voller intensiver Augenblicke folgen. Wir glaubten kaum, dass es noch höhere Punkte gibt als die, die wir vorher erlebten. Doch da waren sie. Noch intensiver als je zuvor. Bis zum Schluss befinden wir uns in einem Ektase ähnlichen Zustand der uns kaum klar denken lässt.
Voll erfüllt und leer zugleich liegen wir sanft beieinander. Unsere Gedanken halten an den vergangenen Stunden fest. Die Uhr schlägt Stunde um Stunde weiter. Ein Gong nach dem Anderen. Wir sind erfüllt von dem was wir längst vergessen hatten und leer von dem was es uns gekostet hat.
Nach langer Zeit sind wir wieder im Leben. Aus der sexuellen Frustration ins Live. Dabei, mitten drin und unaufhaltsam. Keiner kann uns diese Nacht und die Stunden nehmen. Keiner außer unser Gewissen das Richtige oder Falsche getan zu haben. Er war es, der den wir nach langer Zeit der ungewollten Enthaltsamkeit brauchten und wollten. Der uns den Tritt zurück ins Leben gab. Der Kerl, der uns die Sehnsucht der Liebe sanft aushauchte und uns die Lust des Frühlings zurückbrachte.
Obwohl wir uns nicht wiedersahen, weinten wir keine Träne den vergangenen heißen Stunden nach. Diesmal nahmen wir uns das, was wir brauchten und er wusste es. Es war ein Spiel mit klaren Spielregeln für beide Parteien. Wir müssen nicht immer eine Gegenleistung erwarten, wenn die Regeln klar sind.

Björn Holste , Kaisheim
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Ein Kuss ist nicht gleich ein Kuss

Können wir oder er wirklich küssen? Wie können wir einen wirklichen Küsser erkennen und denen das Küssen beibringen, die wie eine Dogge beim Trinken schlabbern und unser Gesicht befeuchten? Das Küssen ist eben nicht leicht…
Es gibt diejenigen, die beim Ansatz des Kusses hektisch wie der Hund mit der Rute, mit ihrer Zunge wedeln und versuchen den Eingang des Mundes freizuräumen.
Bei dieser Art von Küssern haben wir ständig die Angst und das Gefühl, sie seien auf der Flucht und müssen schnell noch etwas erledigen.
Dann gibt es die „Ich räume dein Esszimmer auf“ Küsser. Das sind diese, bei denen wir uns immer wieder ernsthaft überlegen müssen, ob wir auch wirklich gründlich genug die Zähne geputzt haben. Es sind folgedessen auch die, die uns nachdem wir es wissen, zur erhöhten Mundpflege nötigen, weil wir immer mit der Angst leben, dass sie die letzte verspeiste Schweinshaxe zwischen unseren Backenzähnen finden.
Die zurückhaltenden Küsser, die eher zaghaft ihren geöffneten Mund hinhalten, in der Hoffnung wir ergreifen die Initiative, können wir gleich abschminken. Sollten wir hier einmal anfangen zu küssen, so heißt es doppelte Arbeit. Unsere Zunge bewegen und auch noch die unseres Kusspartners zum Leben zu erwecken. Denn letztlich liegt diese leblos, kurz vorm ersticken im hübschen aber toten Oralraum unseres Gegenübers.
Der wilde Küsser ist im Gegenzug kaum zu bändigen. Er lässt uns immer und immer wieder spüren, wie dominant nicht nur er, sondern auch seine Zunge ist. Voller Leidenschaft öffnet er weit seinen Mund und dringt förmlich in unseren ein. Fast zu wild beherrscht er uns und weist uns den direkten Weg in die leidenschaftliche Küsserei. Ohne Hemmungen geben wir uns somit dem Zauber hin und genießen seine Schläge in vollen Zügen.
Letztlich haben wir noch die „Bussi-Küsser“ die es gar nicht erst in Erwägung ziehen ihre Zunge überhaupt in die Nähe unserer zu bringen. Es sind eher die Freundschaftküsser, als die heißen Liebhaber. Küssen ist nicht ihre Kunst und das sollte auch so bleiben, denn hier ist Hopfen und Malz verloren.
Doch ist das Küssen wirklich eine Kunst? Sollten wir nicht einmal anregen, dass es ein Studiengang im Küssen gibt, genau wie in England in Surfwissenschaften? Lassen wir die potenziellen Studiengänger so durch unseren Mund surfen und lernen ihnen den richtigen Umgang mit der Zunge. Auch einen Nicht-Küsser können wir zum Küssen erziehen. Wenn wir mit der einen Rasse nicht klarkommen, wechseln wir nach erfolglosem Semester einfach ins Nächste und beginnen mit einem neuen Studenten – thats Life.

Björn Holste , Kaisheim
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Schluss - Post it, SMS oder Essen?

Wie beenden wir am besten das, was wir nicht mehr wollen? Schreiben wir kleine Post it´s und verlassen einfach die Wohnung, senden eine SMS, wählen die Nummer des anderen oder treffen ihn und sind so kuragiert,  dass wir ihm in die Augen sehen wenn wir ihm das Herz brechen?
Nach einer Zeit der ausgelebten Sehnsucht und der Ektase, merken wir nach den ewigen täglichen Telefonaten, den sinnlosen Treffen, dass das Feuer erloschen ist. Der Reiz ist weg. Das Esprit fehlt und wir suchen insgeheim, beim Sitzen im Restaurant nur noch den nächsten Notausgang oder überlegen, ob wir durch das Toilettenfenster passen und dem Kellner evtl. vorher eine Nachricht für unseren zukünftigen Ex hinterlassen sollen. Ex und hop. Ist es doch so einfach sich wieder zu trennen oder sollen wir lieber selbstmasochistisch die täglichen quälenden Anrufe ertragen, die eigentlich sowieso nichts mehr bringen? Ist es nicht so, wenn wir schon darüber nachdenken einen Fluchtweg auszubauen, dass es einfach nicht passt? Es war einfach nicht der oder die Richtige. Nicht der Deckel zu unserem Topf. Wir gaben ihm keine Chance an uns ranzukommen, uns zu erkunden und öffneten uns nicht.
Doch wie ist das Ende nun am fairsten zu gestallten? Nehmen wir noch einmal Rücksicht auf die vielen Gefühle, die uns der Partner gegenüber gebracht hatte und danken ihm mit einem Essen beim Italiener – zum Hauptgang Miesmuscheln? Lassen wir doch lieber dieses ganze Drumherum und kotzen uns einfach aus. Sagen, der Sex war ultimativ gut aber mit dem Reden hapert es so? Zwischen Tür und Angel oder doch lieber ein Abschiedsbrief? Ist es das Papier wert gewesen? Die Zeit, die wir nun auch noch  investieren müssen? Oder greifen wir lieber zum Post it, dass sind diese Dinger, mit denen wir auch dem Paketdienst mitteilen, wo sie die Ware ablegen können. Ist ein kleiner klebender Post it  eventuell auch ein Zeichen? Klebend wie er an uns klebte? Wie eine Klette, wenn wir durch das Feld gingen und ihn nicht abschütteln konnten. Immer wieder die Anfasserei und das ständige geknutschte.
Warum macht es uns auch die bereits abgestorbene Liebe so schwierig, einem Menschen das Herz zu brechen und ihm alle Illusionen für eine gemeinsame Zukunft zu nehmen? Hängen wir doch noch mit Gefühlen an ihnen oder ist es eher der Mitleidsfaktor, der es uns so schwer erscheinen lässt, ihm den Holzpflock  durch das Herz zu stechen? Ihnen sagen zu müssen „es tut mir leid aber es passt nicht“. Was passte denn nicht? Das Reden, das Kuscheln, der Sex? Was war es nur? Vielleicht nehmen wir einfach eine unserer kleinen Notlügen und sagen, wir würden noch an unserem Ex hängen und können uns noch nicht einlassen auf eine neue Bindung. Wir können wohl kaum sagen, wir schüttelten alle Punkte in einem Knobelbecher durcheinander und es kam leider eine 6 bei raus. „Nach dem Schulnotensystem musst du nun leider eine Runde sitzenbleiben – ohne mich mein Schatz“.
Vielleicht gehen wir auch einfach nicht mehr ans Telefon, lassen es ihn hunderte Male probieren und gehen dann wutentbrannt rann und werfen ihm einen Kontrollwahn vor. Somit hätte er den „schwarzen Peter“ und wir wären reinen Gewissens raus aus der Situation – schön geredet. Denn so fein, wie wir uns eine Trennung wünschen gibt es keine.
Einer liebt immer mehr – und das sind nicht wir. 
Björn Holste
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Jeder hat seine eigenen Gewohnheiten

Können wir von uns sagen, dass wir als Singles mehr Gewohnheiten haben als Paare?  Ist es schwer für uns, sich von seinen Gewohnheiten zu verabschieden oder geben wir diese mit Leichtigkeit für den Partner auf? Verstellen wir uns vielleicht auch nur eine Zeit lang und unterdrücken unsere Gewohnheiten und Eigenarten?
Jeder von den 17% aller  in Deutschland lebender Singles hat so seine Gewohnheiten und hält an diesen fest. Entweder ist es nach dem Aufstehen die Tasse Kaffee und die Zigarette, das Joggen, das Müsli Essen oder das zeitige Verlassen des Hauses. Alle haben wir unseren Rhythmus - Tag ein Tag aus.
Was ist nun wenn plötzlich ein Partner bei uns ist? Wir wollen aufstehen - er will kuscheln. Wir essen nie am Morgen - er mag ausgiebiges Frühstücken. Wir lieben es unseren Körper zu fordern und gehen joggen - er liebt es seinem Organismus selbst zu bestrafen und raucht lieber Eine nach der Anderen. Sodass wir denken, wir würden einen Aschenbecher auslecken, wenn wir ihm einen sanften guten Morgenkuss auf den noch qualmenden Mund geben – unserem Liebsten.
So zieht sich das den ganzen Tag hin. Er liebt es viel zu telefonieren, da ihm langweilig ist und er immer und zu jeder Zeit unsere Stimme hören mag, wir haben Stress im Büro und können nicht immer telefonieren. Was nun? Passen wir zusammen? Können wir uns soweit zurücknehmen und das, was uns am Anfang schon nicht passt überspielen und hoffen auf Besserung?
Das Badezimmer ist schon klein genug. Zwei sind einer zu viel, er ist aber da! Also stehen wir beide beengt in der kleinen Nasszelle. Der Eine putzt die Zähne, der Andere rasiert sich – der Kampf um den Spiegel beginnt. Gut, dass wir nicht nach dem Aufstehen ins Badezimmer rennen, uns halb die Beine brechen, frei nach dem Motto „Wer zuerst da ist, malt zuerst“. Nein, meistens ertragen wir es und sagen nichts – der Kompromiss nimmt Einzug in unser Leben.
Am Abend liegen wir mit unserem frisch verliebten Partner auf dem Sofa, kraulen uns gegenseitig in den Haaren und streicheln uns sanft. Nebenbei zappen wir vom einen zum anderen Programm, da wir grundsätzlich verschiedene Serien und Filme lieben. Der eine „Lindenstrasse“, der Andere „Verliebt in Berlin“. Gut, die Alternative wäre der zweite Fernseher, doch das schon nach 3 Wochen? Nein – also nehmen wir uns zurück und schauen einfach das, was der Andere schaut.
Können wir unsere Gewohnheiten soweit zurückschrauben, sie einschließen und uns immer auf Kompromisse einlassen, weil es schöner ist in einer Beziehung zu leben, als allein zu sein? Viele Singles können nicht allein sein. Sie brauchen ständig jemanden der da ist, sich mit ihnen unterhält und ihnen zuhört. Sie beschneiden sich langsam in Ihren Gewohnheiten, Prinzipien und Freundschaften. So langsam, dass sie es nicht merken.
Es gibt Zwischenbeziehungen, es sind die Beziehungen, die zwischen den eigentlichen Beziehungen liegen. Bei denen man immer daran denken muss, den richtigen Namen zu nennen und nicht ausversehen beim Sex den Falschen zu rufen. Es wird noch niemandem passiert sein – oder doch? Es sind die Beziehungen, die wir uns noch schöner reden, als sie jemals sein könnten Es sind aber auch die Beziehungen, die bereits vor dem Anfang enden – die zum Tode verurteilten Beziehungen. In diesen Zwischenbeziehungen ist es einfach für uns die Gewohnheiten abzulegen, da wir selbst noch Zweifel daran haben, dass wir eventuell Schuld waren an der Beendigung der vorherigen Beziehung. Wir wollen nicht schon wieder etwas falsch machen.
Wann erreichen wir den Punkt, an dem uns unsere Gewohnheiten fehlen? Den Punkt, wo wir langsam versuchen uns unsere Eigenarten zurückzuholen und sie wieder aus der Schublade ziehen. Das ist der Punkt, an dem wir dann oft hören „Das hast Du doch früher nicht gemacht“. Der Punkt an dem wir uns selber am nächsten sind und vielleicht versuchen auszubrechen und die Beziehung in eine Schublade packen.
Sollten wir nicht lieber von Anfang an versuchen alles unter einen Hut zu bekommen - die Beziehung, Gewohnheiten, Prinzipien und Freunde? Das was uns alles so lieb und teuer ist. Authentisch bleiben, uns nicht zu verstellen. Somit müssen wir niemanden ausschließen und den Weg in unser Herz versperren. Nur so haben wir alles was uns lieb ist – unseren Partner, unsere Gewohnheiten, uns selber und können allem treu bleiben.

Björn Holste
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Romantik oder Speed-Dating?

Können wir von Vergangenheitswerten und Tradition sprechen, wenn wir von Romantik reden? Bleibt das, was uns immer so wichtig ist oft auf der Strecke und landet im Eifer des Gefechtes und im Datingstress auf der Abseitsspur?

Romantik, Kerzenschein, lauschige Musik, ein Glas Rotwein, Gefühle, ein „Sich aufheben“. All diese Werte und Eigenschaften gehören zu unserer Romantik. Lassen wir dem Menschen in der heutigen schnelllebigen Zeit denn überhaupt die Chance uns kennenzulernen? Wir nutzen die Möglichkeit und haben eine Fülle von potentiellen Partner in Foren, Discotheken und Bars. Könnten einen nach dem anderen abgreifen und übersehen somit vielleicht den, der passen würde. Kaum lernten wir den Typ Frau oder Mann kennen, so fallen sie bereits durch unser grobes Maschendrahtnetzt weil ein oder zwei Punkten nicht unserem Idealbild entsprechen. Ruck zuck hangeln wir uns zur nächsten Möglichkeit, ohne dass wir überhaupt uns selber oder dem Anderen die Möglichkeit gegeben haben sich zu beweisen.
Wir küssen beim ersten Date, schlafen miteinander beim zweiten Date und trennen uns beim dritten Date. Speed-Dating wie es im Buch steht. Der Unterschied ist nur, dass wir keinen direkten Vergleich ziehen, weil wir den Typ der vergangenen Woche bereits aus unserem Gedächtnis gelöscht haben.
Wo bleibt bei dieser Massenvernichtung und dem Verschleiß an Gefühlen die Romantik? Finden wir das Kribbeln im Bauch lediglich nur noch, wenn wir es uns einreden oder verwechseln wir es eher mit einer Magenverstimmung und denken in unserem psychosomatischen Handeln nur noch daran, dass uns nichts gut tut und nichts besser ist, als der oder die Nächste?
Sollten wir nicht lieber die Sache einmal langsam angehen lassen und auf unser wirkliches Bauchgefühl hören? Den Speed-Dating-Kram in der Schublade lassen, uns auf die Person konzentrieren, die uns gerade vor Augen erscheint und ihr einmal eine Chance lassen uns zu erleben und wirklich kennenzulernen? Seine Eigenarten zu erkennen, den Menschen somit zu schätzen und ihn in seiner Unverwechselbarkeit auch zu lieben. Mit seinen Fehlern und Macken, denn die haben wir genauso wie er.
Lassen wir der Liebe eine Chance, genießen gemeinsame Wochenenden, schöne Abende mit Kuscheln und guten Gesprächen, gehen Tanzen und kundschaften gemeinsam romantische Restaurants aus, anstatt den Kondomkonsum zu steigern und gleich am ersten oder zweiten Abend all das auszupacken, was wir vom anderen erwarten – und was dann sowieso viel zu klein geraten ist.
Somit spielen wir auch nicht gleich am ersten Abend unser Ass aus, obwohl das Spiel noch nicht einmal begonnen hat und wir gerade erst mal unsere Mitspieler kennen und schätzen lernen.

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Der Beziehungs – Lackschaden

Es gibt die verschiedensten Arten des Kennenlernens. Sie treffen sich in der Disco, im Theater in einer Nachtbar, in einem Chatroom, bei einer Freundesparty,  beim Baden oder auch beim Entenfüttern im Park. Alles sind Geschichten die sich erzählen lassen. Geschichten, die individuell auf die Person abgestimmt sind, die wir lieben. Mit der wir unser Kennenlernen erlebt haben und mit denen wir vielleicht mehr erleben möchten. Oder sie lieber gleich wieder an den Ort des Kennenlernens zurückbringen und uns wünschten sie dort nie getroffen zu haben.
Jeder von uns trägt seine einzigartige, für sich wichtige Geschichte im Herzen, die ihn mit seiner oder mit seinem Liebsten verbindet. Ist die Liebe die wir empfinden eine einzigartige Liebe für uns oder ist es eine Liebe die von Mal zu Mal, wenn wir lieben wächst und sich weiterentwickelt? Ist es eine Liebe, die sich aufbaut, in der wir vielleicht wachsen? Von jedem - den wir lieben - tragen wir ein Stück unseres Herzens in uns. Von jedem Menschen, mit dem wir lieben, lernen wir.
Wir trauern um jeden Bruch und lachen über jede freudige Nachricht. Oft sind wir ein Leben lang auf der Suche. Selbst wenn wir bereits denken, das gefunden zu haben, was wir suchten und uns den eigenen Frieden schön reden, sind wir doch weiterhin auf der Suche. Auf einer Suche nach Perfektionismus, fehlerfreien Menschen mit denen wir das Leben bestreiten können. Mit den wir durch dick und dünn gehen. Über die wir lachen, mit denen wir weinen und immer wieder nach einem Mehr suchen, weil uns das – was wir schon längst haben – nicht ausreicht.
Sind wir dem Menschen, den wir lieben wirklich so nah wie wir es meistens denken? Wachen wir nicht teilweise auch nach Jahren neben einem Fremden auf oder sitzen einer fremden Person im Esszimmer gegenüber. Entfernen wir uns mit den Jahren voneinander und lassen nichts Neues mehr zu?
Gemeinsam sind wir durch Dick und Dünn gegangen. Konnten uns aufeinander verlassen, zeugten Kinder miteinander, liebten uns, hassten uns und wussten stets „wir sind bestimmt für einander“. Der Alltag brachte uns in der Nähe die Ferne. Wir lebten nur noch aneinander vorbei. Jeder von uns zog sein Ding durch. Der eine ging zum Fußball, der andere ins Theater.
Bier und Champagner. Eine brisante Mischung für eine Beziehung. Lediglich der sonntägliche Spaziergang um den einheimischen See verband unser beider Leben noch miteinander.
Nichts war mehr von der lodernden Flamme  oder dem heißen Sommersturm übrig. Das ewige Eis nahm Einzug in unsere Beziehung. Einst schöne Rituale wie ein  Glas Wein am Feuer wurden schier zur Bestrafung des Tages. Mit jedem Tag merkten wir, dass wir uns mehr und immer weiter entfernten. Unsere Wege spalteten sich in Nord und Süd. Aus Steinen wurden Felsen und aus Bächen wurden Flüsse. Kein Boot oder Floß war in Aussicht um auf die andere Seite zu gelangen. Zum einst geliebten Ufer, dessen Sand nun zu Dornen wurde.
Nach Monaten mit erdrückenden Gefühlen, schlechter und gereizter Stimmung stand Sie eines Tages an einem weiteren Quasi-Singleabend in einer Bar vor uns. Eine Ausstrahlung wie aus dem Bilderbuch. Eine Aura zum Verzaubern. Glatt dahinfließend wie Honig und lechzend nach Geborgenheit stiegen wir auf ein Gespräch ein. Aus Worten wurden Sätze. Aus Minuten wurden Stunden und aus Tagen wurden Wochen. Aus einem Flirt wurde eine Affäre.
Am heimischen Frühstückstisch wurden somit aus Flüssen, Ozeane und der einst geliebte Mensch mit dem wir den größten Teil unseres Lebens verbrachten, saß uns wie eine tote Hülle gegenüber. Außer einem „Guten Morgen“ und „Reichst Du mir mal die Butter“ verbindet uns nichts weiter mehr, als unsere heranwachsenden Kinder. Das was uns auch einst am meisten wert war.
Tagsüber verbrachten wir Zeit mit Herzpochen, SMS, verschickten Blumen an unbekannte Adressen und schmissen Tag für Tag ein Stück unseres alten Lebens weg. Das Unbekannte, das Feuer und das Neue waren nun mehr wert und forderte unsere volle Beachtung.
Periphere Familienangelegenheiten - wie das Geschrei der Kinder, als sie im Säuglingsalter waren - gingen an uns vorbei. Der Familienmüllberg wuchs von Tag zu Tag an. Das Interesse schwand immer weiter, bis wir eines Tages einen Schlussstrich ziehen mussten. Unsere Seele schrie nach einer Befreiung, einer Offenbarung und einem Coming Out zugleich.
Wir konnten es nicht länger ertragen zu lügen, uns zu verstecken und niemandem außer der Neuen und uns selbst zu trauen. Freunde wurden belogen, Arbeit wurde vorgetäuscht und imaginäre Urlaube gebucht. Alles um wegzukommen. Nun ist es raus!
Wie lösen wir nun die Verstrickungen der Vergangenheit, die endlosen Verknotungen, die sich über Jahre aufgebaut haben? Familie, Haus, Finanzen, Erinnerungen und vielleicht auch Gefühle, die im tiefen Herzen stecken? Verdrängen wir nun all diese Herausforderungen und widmen uns lieber der langbeinigen, blonden, lächelnden neuen Herausforderung am anderen Ende der Stadt? Sind wir mannsgenug den Müllberg aufzuräumen, zu sortieren und beide Leben unter einen Hut zu bringen? Das Rückrad zu stärken und die Sache ohne ein Wenn und Aber durchzuziehen? Die Konsequenzen zu tragen und trotz alledem jeder Situation wohlgesonnt sein? 
Nach Monaten mit Streit und Tränen, Kofferpacken, einem Gefühls – Hin und Her, liegen wir nun doch wieder in unserem alten gemeinsamen Sofa. Gebettet auf Erinnerungen, gestreichelt von neuen Zukunftswünschen und einem gemeinsamen Neuanfang. Das was wir wollten - war nicht das - was die langen blonden Beine am anderen Stadtende wollten.
Wir der Ernährer, der jahrelang im Gefängnis der Familie lebte, sollte nun eins zu eins die Börse aufmachen, blechen und weiter ernähren. Sicherheit bieten und zwei kleine Kinder erziehen. Diese Definition von „Neu“ entsprach nicht unserer Vorstellung. Sie glich eher einem neuen Auto, das man sich nach Jahren der Eingefahrenheit zulegte, um mal wieder eine  bessere Kurvenlage zu haben.
Somit entschlossen wir uns doch lieber für die Politur und die gründliche Innenraumreinigung unseres alten Beziehungs – Benz und halten an dem was uns Jahrelang lieb und teuer war. Was bringt uns ein neues Fahrgestellt, das sowieso auch wieder nach Jahren zur Beziehungs - TÜV Probe muss.

Björn Holste
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Ein Dreieck - verzwickt oder Kick?

Können wir uns zu zwei Personen gleichzeitig hingezogen fühlen? Gibt uns eine Dreiecksbeziehung oder auch nur ein Dreier den Kick beim Sex oder stellt er uns ins Abseits wie das „fünfte Rad am Wagen“?       
Phantasie oder reales Leben – egal. Wenn wir nicht schon einen Dreier hatten oder daran gedacht haben, kann uns diese Art der Beziehung oder des Lebensstils schon beschäftigen. Wie aber können wir den Gedanken und die Lust dazu einordnen? Kommt es daher, dass wir eigentlich alle Herdentiere sind oder ist es einfach nur der sexuelle Kick, der uns anregt mal mehr als nur einen Partner im Bett zu haben?
Wir lernten uns über eine Anzeige kennen. Es war nicht gerade um die Ecke. 200 Kilometer Entfernung, die aber als Hürde der Neugierde zu überwältigen waren. Ein erstes unverbindliches Treffen, dass wir uns alle mal kennenlernen konnten, stand am Anfang des Abenteuers. Von Beginn an, war da so eine gewisse Spannung die uns umgab. War es für das Pärchen nur der Drang auch mal jemanden Neues zu erleben oder sollte es ein heißes geplantes Erlebnis werden? Der Nachmittag verging recht zügig. Wir beschnupperten uns , redeten über dies und das und verabredeten uns für das übernächste Wochenende.
Was erwartet uns wohl in so einer Situation? Ist die Neugierde größer als die Angst und die „normale Hemmschwelle“? Können wir all das ausleben, was bislang in unseren Phantasien eingesperrt war? Bringen wir uns selbst in eine undurchschaubare Situationen, da wir plötzlich ein Doppelpack vor uns haben. Sie kennen sich, wissen wie der Andere tickt und reagiert, wir kennen nur uns.
Zwei Wochen später - auf dem weiten Weg in die Ferne - mit einem Weekender im Kofferraum, befinden wir uns auf dem Weg in den Sündenpool. Unsere Neugierde hat gesiegt. Mit Gedanken an alles Mögliche, nähern wir uns Kilometer für Kilometer unserem Ziel. Das Navigationsgerät mit der ermüdenden aber sadomasochistischen Stimme leitet uns bestimmt den Weg. Angekommen in einer profanen Wohngegend, werden wir gleich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Eine Wohngegend wie „meine und deine“. Nichts Besonderes – ist alles Andere denn besonders?
Wir suchen den Eingang des Mehrfamilienhauses. Ein eher hässlicher Balkon schmückt die Vorderseite des Hauses. Wir klingeln an der einzigen Klingel mit Doppelnamen. Der Summer öffnet die Tür. Unsere weichen Knie erschweren uns das Treppensteigen in den ersten Stock. Da sind sie. Das Pärchen von vorletzter Woche. Genauso wie wir sie in Erinnerung hatten. Wie auch sonst?
Sie hätten sich ja kaum in den letzten zwei Wochen verändern können. Aber wir hätten die Situation nun anders sehen können.
Voller Spannung begrüßen wir uns. Sie bitten uns hinein. Positiv überrascht, lassen wir ein Kompliment über den netten Flur anklingen um eine gut Stimmung zu verbreiten. Wir entledigen uns unseres Übergangsmantels und gehen ins Wohnzimmer. Ein großes Sofa dominiert den Raum, wie die Spannung zwischen uns drei unsere Gefühle dominiert. Was für Erwartungen haben Sie an uns? Welche Erwartungen haben wir von den kommenden zwei Tagen? Scheinbar relaxt fläzen wir uns auf das Sofa, die Beine angezogen und die Arme locker neben unserem leicht zittrigen Körper. Von beiden Seiten werden wir eingenommen. Mittendrinn sitzen wir.
Entspannt genießen wir eine Tasse Tee und unterhalten uns über die vergangenen zwei Wochen und deren Geschehnisse. Plötzlich entdecken wir an der gegenüberliegenden Wand ein Bild was unser näheres Interesse erweckt. Rasch stehen wir mit einem neugierigen Blick auf und schauen uns das Portrait an. Plötzlich spüren wir einen Atem in unserem Nacken und eine Hand die sich um unsere Schulter legt. Ein sanfter Kuss gelangt auf unseren Nacken und die Anspannung steigt. Wir merken wie sich unser Körper erregt. Die Beine werden zittrig und unser Herz schlägt schneller. Eine Situation die wir weder abschätzen können, noch mit jeglicher vergangenen Erfahrung die wir bislang erlebten, vergleichen können. Ein Kuss auf der anderen Seite unseres Halses vertieft die Stimmung. Ein Kuss von einem anderen Mund als der, der uns vorher die schon bebenden Gefühle brachte.
Wir drehen uns um und erblicken beide bei uns. Fragen schießen uns durch den Kopf. „Wie fühlen die beiden nun? Was geht in ihnen vor?“ Fragen die wir nicht beantworten können. Wie geht es nun weiter? Was müssen wir machen? Können wir uns in dem Sündenpool leiten lassen und einfach genießen oder müssen wir die Initiative ergreifen und den 2. Schritt machen?
Wir schlissen die Augen und spüren wie sich unser Kopf neigt. Ein Gesicht an unserem. Eine Zunge an unseren Lippen. Langsam aber gewollt öffnet sich unser Mund und wir fühlen die fremden Lippen und die Zunge an unserer. Gefühle die wir noch nie erlebten. Wann wurde sich schon jemals außer im Krankenhaus bei einer OP im Doppelpack um uns gekümmert? Die fremden Hände gleiten an unserem Körper herunter. Unsere Erregung ist kaum zu übersehen. Jede empfangende Bewegung und Geste erfüllt uns mit einem Schauer über dem Rücken. Wir spüren vier Hände an unserem heißen sich nach Zärtlichkeit sehnenden Körper.
Ein weiterer heißer Schauer überströmt unsere ansteigende Lust und gleichsam kommen Zweifel auf. Sind wir nur Mittel zum Zweck? Der Kitt einer Beziehung oder besser der Kick einer Beziehung?
Wir genießen die Situation und lehnen uns emotional zurück. Was kommen soll, dass kommt und dann im Doppelpack.
11.06.2009

Björn Holste
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Single – arm oder reich?

Sind wir bemitleidenswerte Gestalten die arm sind, weil wir keine Beziehung haben? Müssen wir uns denn immer rechtfertigen nicht in einer Verbindung zu leben und allein durch die Straßen der Stadt zu ziehen oder können wir glücklicher - durch Freiheit und Ungebundenheit - leben als Nicht-Singles?

Können wir als Single eigentlich freier und offener leben als in einer Partnerschaft? Sind wir ärmer, nur weil wir nicht händchenhaltend durch die Straßen ziehen und stillschweigend neben unserem Partner im Café sitzen? Können wir als Single von Armut sprechen weil uns das fehlt was Pärchen haben? Oder sind wir eher die Gewinner der Gesellschaft die nicht ermüdend von tristen Paargesprächen durch Alltag trotten?
Sind wir die, die sich nicht gehen lassen, weil wir jemanden zu Hause sitzen haben, für den es nicht mehr wert ist sich herzurichten und die Jogginghose gegen eine schöne neue Jeans einzutauschen. Ist es unser Single-Reichtum, der uns immer und immer wieder die Kreditkarte zücken lässt, wenn die Nobelmarken ein neues Parfüm oder gar eine neue Modelinie entworfen haben? Wir können wahrlich nicht von Armut oder Reichtum sprechen, wenn wir als Singles unseren Style und unsere Lebenseinstellung umsetzen.
Jemandem keine Rechenschaft abzulegen über die monatliche, Ohnmachtsanfall hervorrufende Kreditkartenabrechnung macht uns als Single reich und unabhängig. Zu nachtschlafenden Zeiten durch die Clubs der Stadt zu ziehen, zu schleppen und die Schmach der immer wieder kommenden Einsamkeit zu vergessen, macht uns reicher als sonst jemanden.
Wir lassen und nicht fesseln durch unsere Familie oder Freunde, nehmen das Leben mit, in all seinen Zügen und wissen, dass wir das erlebt haben was lebenswert ist. Jedoch sind wir nicht die, die über Leichen gehen, nur weil der potenzielle Partner nicht dem Ideal entspricht wie unser Traumprinz. Wir sind reich an dem Wissen was wir wollen und befreien uns von dem, was uns nicht gut tut.  Reich an der Kunst, zwischen gut und schlecht abzuwägen und reich an der Sammlung von Erfahrungen. Sich nicht mit 18 festzulegen auf einen - den für immer und ewig -  macht uns unbezahlbar vermögend.
Wir lieben es morgens aufzustehen, die Musik laut aufzudrehen, frühstücken zu gehen und über andere herzuziehen. Uns auszutauschen und wieder neue Gefühle in uns zu erwecken. Wir lieben es, unbewusst die rosarote Brille zu tragen und mit ihr auf Wolke sieben zu schweben, bis uns der kleine Teufel in ihm auf den kalten Boden der Tatsachen zurückholt.
Selbst aber nach solch einem Fall, rufen wir unsere Freunde an und öffnen eine Flasche bestem Prosecco - stoßen auf die nächsten Wochen an und auf das was wir haben als reicher Single – Freunde und Freiheit auf die wir uns verlassen können. 

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Vom „Ich“ zum „Wir“

Wir fragen uns oft, wie man so schnell vom „Ich“ zum „Wir“ wird. Prinzipien werden über Bord geworfen, Freunde vergessen - alles nur noch gemeinsam. Klar, einerseits ist die Zweisamkeit etwas schönes, anderseits ist heute die Zeit nicht etwas zu schnelllebig? Der erste Chat, der zweite Chat, die erste Verabredung folgt und auch der erste Sex ist schnell geschehen. Plötzlich wurde aus dem „Ich“ ein „Wir“.
„Ich bin allein, ich lebe auf dem Land, ich mag gerne italienisches Essen“, nun heißt es „Wir sind zusammen, wir leben auf dem Land, wir mögen gern italienisches Essen“. Kaum stecken wir in einer - wir möchten es mal „Beziehung“ nennen - oder in einer neuen „Lebensphase“, so verdoppelt sich plötzlich alles. Wir machen nur noch alles gemeinsam.
Wir können nicht ohne den Anderen. Ist es die Angst etwas zu verpassen oder die Freunde etwas zu haben? Etwas neues, etwas schönes, was andere nicht haben. Müssen wir unseren Freunden nun immer und ständig das „Wir“ auf die Nase binden? Uns nicht mehr melden und wenn wir gefragt werden, sagen „Wir waren unterwegs, bei neuen Freunden“. Ständig durch die rosarote Brille schauend, bis zum erbrechen unseres einst geliebten Gegenübers, von unserem neuen Lover zu schwärmen, plänkeln wir immer das selbe vor uns hin.
Verletzten wir nicht unsere bislang treuen Wegbegleiter? Die Menschen, auf die es in unserem Leben bislang ankam. Die Leute, die zu uns standen als wir allein, heulend auf dem Sofa saßen und Pretty Women angeschaut haben, keuchend vor Herzschmerz.
Vielleicht stellt man sich viel zu wenig die Frage „Wer ist mir wichtig?“. Ist es die Beständigkeit, die Nähe und das Wissen gebraucht zu werden oder nur die partielle Lust mit dem Lebensabschnittsgefährten obwohl wir nicht wissen, was in einer Woche sein wird. Ist es nicht die Zuversicht, dass sie da sind - unsere Freunde - die es uns erlaubt haben uns fallen zu lassen und uns geborgen zu fühlen?
Diese Art von „Wir“ ist doch auch schön, vielleicht schöner als die ungewisse Art, mit der wir uns erst ein paar Mal trafen. Sehnsuchtsvolle Momente im Schlafzimmer verbrachten und doch immer wieder morgens mit der Angst aufwachen, nicht zu wissen ob er wiederkommt - der neue Mensch „Wir“.

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