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Flirten wie in der Steinzeit,
schon Höhlenmänner standen auf blond


Darwin hatte doch Recht! Die Indiana University in Bloomington hat bei einer Studie über Speed Dating Darwins Prinzipien bestätigt. Männer interessiert bei Frauen vor allem die hübsche Nase und weibliche Kurven, während Frauen den Sippenverteidiger suchen, der die Brut ernähren und beschützen kann.

Na, nicht wirklich neu! Doch die Forscher waren überrascht, hatten sie doch eigentlich mit einem ganz anderen Ergebnis gerechnet. Peter Todd und seine Kollegen von der Indiana University befragten für ihre Studie 47 Münchner, die an einem Speed Dating teilgenommen hatten.

Vor dem Speed Dating befragten die Forscher die 26 Männer und 21 Frauen zu den Kriterien ihrer Partnerwahl. Doch während und nach dem Dating stellten die Forscher fest: an diese selbst erstellten Kriterien hielten sich die Teilnehmer nicht.

Vor dem Dating hatten die Männer angegeben, eine Frau zu suchen, die ihnen vom Status und vom Aussehen her ebenbürtig ist. Die Frauen gaben an, bezüglich Optik und Status eher ein Spiegelbild ihrer selbst zu suchen als den Traummann, zu dem sie aufschauen können.

Nach den Speed Dating konnten die Teilnehmer in Fragebögen auswählen, welchen Mann oder welche Frau sie ein zweites Mal treffen wollten. Das Ergebnis entsprach keineswegs den zuvor angegebenen Kriterien, schreiben die Wissenschaftler jetzt im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Vielmehr schien die Partnerwahl nach dem guten alten, schon in der Steinzeit angewandten Schema abzulaufen: Männer wollen auf Attraktivität nicht verzichten, da diese auf gute Gene der Frau schließen lässt – sprich viel Nachwuchs. Frauen suchen bei Männern hingegen eine Kombination von gutem Aussehen, hohem Status und großer Fürsorglichkeit. Das stellt sicher, dass die Frau und ihr potentieller Nachwuchs später gut versorgt sind. "Es besteht ein Unterschied zwischen dem, was die Leute behaupten zu wollen, und dem, was sie sich dann aussuchen", sagte Todd.

Während die Frauen nur jeden dritten Mann nochmals treffen wollten, waren die Herren weitaus offener: Mit jeder zweiten Frau konnten sie sich ein nächstes Date vorstellen. Das decke sich mit Ergebnissen früherer Studien, schreiben die Forscher. So können sich Männer Frauen als potentielle Partnerinnen vorstellen, sobald sie oberhalb einer gewissen unbewussten Attraktivitäts-Grenze liegen.

Schon Höhlenmänner standen auf blond

Bereits vor 10.000 Jahren bevorzugten Männer Blondinen, glauben britische Forscher. Männer waren damals in Europa in der Unterzahl und konnten sich die Frauen aussuchen. Sie entschieden sich für jene, die etwas Besonderes hatten: helle Haare und blaue Augen.

Evolutionsforscher rätseln schon lange, warum es ausgerechnet in Nordeuropa so viele verschiedene Haarfarben gibt. Auf anderen Kontinenten dominieren hingegen dunkle Töne bei Haaren und Augen. Eine plausible Erklärung für das Blondinenphänomen haben jetzt Anthropologen der University of St. Andrews in Schottland vorgelegt.

Demnach ging es Höhlenmännern vor rund 10.000 Jahren nicht viel anders als dem modernen Mann von heute, der sich besonders gern von blonden, blauäugigen Schönheiten wie der Actrice Scarlett Johansson den Kopf verdrehen lässt. Blondes Haar und leuchtend blaue Augen hätten sich bei Frauen gegen Ende der Eiszeit als Reaktion auf Nahrungs- sowie vor allem auf Männermangel herausgebildet, glauben Peter Frost und seine Kollegen.

Blondinen sind demnach ein Produkt der besonderen Bedingungen in Nordeuropa. Das harte Klima hätte Nahrungsmittelknappheit verursacht, die wiederum zu immer gefährlicheren Großtierjagden führte, bei denen zahlreiche Männer den Tod fanden, argumentieren die Forscher im Fachblatt "Evolution and Human Behavior".

Durch die große Überzahl an Frauen sei ein "starker Druck der sexuellen Selektion" entstanden, sagte Frost. Ein mögliches Ergebnis sei das Auftreten ungewöhnlicher Farbeigenschaften der Haare gewesen. Hellere Haar- und Augenfarben sind Ergebnis einer seltenen Mutation.

Frosts Kollege John Manning von der University of Central Lancashire erklärte, diese Entwicklung sei vermutlich der Grund dafür, dass "Haar- und Augenfarbe in anderen Teilen der Welt eher einförmig sind, während es in Europa viele Variationen gibt".

Mutation setzte vor 11.000 Jahren ein

Frosts Theorie wird nach einem Bericht der "Sunday Times" auch durch eine separate Untersuchung nordeuropäischer Gene durch japanische Wissenschaftler gestützt. Sie seien zu dem Schluss gekommen, dass die genetische Mutation, die zur Herausbildung blonder Haare in Nordeuropa führte, etwa vor 11.000 Jahren einsetzte.

Bei gewöhnlichen Evolutionsprozessen hätte das verstärkte Auftreten hellerer Haarfarben mehrere Hunderttausend Jahre dauern müssen. Der moderne Mensch sei jedoch erst vor rund 40.000 Jahren nach Europa eingewandert.

Eine mögliche Erklärung für die Bevorzugung blonder Frauen glaubt Frost ebenso gefunden zu haben: Blondinen hätten einen höheren Östrogenspiegel, erklärte der Forscher, dies sei durch neuere Studien belegt.